Für Halbleiter brechen härtere Zeiten an

27. Juli 2022, 14:37
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Foto: Anne Nygard / Unsplash

Gartner korrigiert seine Wachstumsprognose für den Chip-Markt nach unten. Im nächsten Jahr soll der Markt sogar schrumpfen.

Schon im Mai hatte ein Gartner-Analyst angekündigt, im nächsten Jahr werde es zu Überkapazitäten in der Chipbranche kommen. Dies, obwohl überall über Lieferketten-Probleme und Halbleiter-Mangel diskutiert werden. Dass die aktuelle Chip-Krise so heftig ausgefallen ist, sei den zu geringen früheren Investitionen geschuldet gewesen, so der Analyst. Nach dann gross angelegten Ausbau würden jetzt Überkapazitäten entstehen. Nun untermauert der Marktforscher diese Prognose mit seinen neusten Zahlen.
2022 werde der weltweite Halbleiterumsatz zwar weiter zulegen, auf 639 Milliarden US-Dollar. Doch Gartner geht nur noch von einem Wachstum von 7,4% aus. Die Marktforscher korrigieren damit ihre letzte Prognose von einem Plus von 13,6% um fast die Hälfte nach unten. "Wir sehen bereits eine Schwäche in den Halbleiter-Endmärkten, insbesondere in denen, die von Verbraucherausgaben abhängig sind. Steigende Inflation, Steuern und Zinsen setzen zusammen mit höheren Energie- und Kraftstoffkosten das verfügbare Einkommen der Verbraucher unter Druck", erklärt Richard Gordon, Practice VP bei Gartner.
Speichernachfrage und -preise seien gesunken, vor allem in verbrauchernahen Bereichen wie PCs und Smartphones. Weiter würden sich die Lagerbestände erholen. Deshalb werde der Halbleiter-Markt im kommenden Jahr sogar einen Umsatzrückgang von 2,5% verzeichnen, so Gartner.
"Der Halbleitermarkt tritt in einen Abwärtszyklus der Branche ein, was nicht neu ist und schon viele Male vorgekommen ist", sagte Gordon. "Während sich der Verbraucherbereich verlangsamen wird, werden die Halbleiterumsätze aus dem Rechenzentrumsmarkt aufgrund anhaltender Investitionen in die Cloud-Infrastruktur länger stabil bleiben." Darüber hinaus werde vor allem die Nachfrage in der Automobil-Industrie ein Wachstum verzeichnen. Nach dem "Tiefpunkt" im kommenden Jahr, werde sich der Chip-Markt aber spätestens ab 2024 wieder erholen.

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