Für Huawei wird es eng in Deutschland

26. Juli 2022, 10:36
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Foto: Martin Fahlander / Unsplash

Im deutschen Innenministerium werden Massnahmen gegen "nicht vertrauenswürdige" Hersteller diskutiert. Ein Ausschluss von Huawei dürfte teuer werden.

Die deutsche Regierung plant offenbar Massnahmen, die Huawei empfindlich treffen könnten. Das 'Handelsblatt' berichtet, dass im Innenministerium diskutiert wird, Netzbetreibern kritische Bauteile von "nicht vertrauenswürdigen" Herstellern zu verbieten. Das gelte auch für bereits verbaute Komponenten. Dabei soll es vorrangig um chinesische Hersteller gehen.
In den USA ist das bereits Tatsache. Erst jüngst musste die Federal Communications Commission (FCC) einräumen, dass die Entfernung von Huawei und ZTE aus den Netzwerken massiv teurer wird, als ohnehin schon veranschlagt. Fast 5 Milliarden Dollar soll die Massnahme kosten.
Auch in Deutschland dürfte eine solche Massnahme zu Buche schlagen. Laut Bericht im 'Handelsblatt' stammen rund 60% der 5G-Netztechnik im Land von Huawei, im 4G-Netz sind es sogar 65%. Ein Ausbau der Komponenten könnte die Transformation auf die neue Generation der Mobilfunktechnik deutlich verteuern und verzögern.
Die 3 grossen Schweizer Telcos setzen ebenfalls auf Technologie des chinesischen Herstellers. Und auch hierzulande gibt es Bestrebungen, die auf Huawei abzielen. So fordert die Sozialdemokratische Fraktion in einer Motion einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur. Der Einsatz von IKT-Komponenten soll verboten werden können, wenn der Anbieter mit einem autokratischen Staat verbandelt sei, heisst es im Vorstoss, in dem Huawei namentlich erwähnt ist.
Bei den politischen Forderungen geht um 2 Dinge: Zum einen befürchten westliche Geheimdienste seit längerem Spionage-Operationen, die auf der Technologie des chinesischen Anbieters aufbauen. Zum anderen gilt die Abhängigkeit von Herstellern aus autokratischen Staaten als problematisch, was sich mit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine nochmals akzentuiert hat.

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