Gartner greift der Uni Bern unter die Arme

19. August 2022, 14:40
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Foto: Universität Bern

Die Universität der Landeshauptstadt hat Beraterleistungen bei Gartner Schweiz zugekauft. Warum eigentlich? Wir haben nachgefragt.

Für rund 458'000 Franken wird Gartner Schweiz die Uni Bern für 2 Jahre in Sachen IT beraten. Der im März auf Simap publizierte Auftrag wurde freihändig vergeben. Es handelt sich um eine Auftragsverlängerung, wird dort mitgeteilt. Demnach arbeitet die Uni schon seit April 2020 mit Gartner, wo man "spezifisches Know-How über die Universität Bern und ihre aktuellen Themenstellungen erworben" habe.
Ein Wechsel wäre aufwändig, da diese Wissens-Basis erneut aufgebaut werden müsste. Abgesehen von diesem Hinweis wird auch festgehalten, Gartner Schweiz sei "die einzige Beratungsfirma mit wissenschaftlichem Ansatz, welche Analysen und Forschung im Bereich von Hochschulen betreibt".
Da inside-it.ch immer wieder über Trends und Analysen berichtet, die jedoch abgesehen von Gartner unter anderem von IDC, Capgemini, Deloitte und vielen anderen geliefert werden, haben wir die Uni nach den evaluierten Firmen für den Auftrag gefragt. Die Hochschule verweist darauf, dass es sich um eine Auftragsverlängerung handelt, weshalb keine anderen Firmen evaluiert worden seien.
Konkret wird laut Uni Bern "etwas mehr als die Hälfte der eingekauften Leistungen von der Fachstelle Digitalisierung zur Unterstützung der Erarbeitung und vor allem der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie" verwendet. Darüber hinaus würden Leistungen durch die Informatikdienste bezogen, etwa für die ICT-Strategie oder die Security-Fragen.

Wie einzigartig ist spezifisches Know-how?

Das hört sich nicht so an, als könne das nicht auch eine andere Firma machen. Darum haben wir allgemeiner gefragt, ob Gartner tatsächlich die einzige Firma mit dem geforderten Know-how sei. Dazu teilte die Uni mit: "Nach unseren Abklärungen ist Gartner die einzige Firma, welche in dieser Kombination die genannten allgemeinen Marktinformationen zu Technologietrends, zur Positionierung von Herstellerfirmen und zu Marktübersichten in Form einer tiefen und breit angelegten Knowledge Base, Toolkits sowie persönlicher Beratung anbietet und gleichzeitig über einen spezifischen Branchenschwerpunkt im Bereich 'Higher Education' verfügt".

Allein dem Tempo der digitalen Transformation nicht gewachsen

Aktuell treibe man an der Universität Bern die digitale Transformation voran und müsse dazu eben auch die relevanten technologischen Trends kennen und deren Bedeutung für die eigene ICT verstehen. Man habe im Austausch mit anderen Hochschulen, Hochschulorganisationen und bestehenden externen Partnern herausgefunden, "dass es keine Allgemeinlösung für spezifische Probleme gibt". Da die digitale Transformation an der Berner Uni aber an Tempo aufnehmen soll, habe man sich neben internen Massnahmen eben zur "Begleitung des Organisational Change" für externe Berater entinnen oder Experten für die Verwaltung der Universität fungieren zu können, schreibt die Uni weiter.

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