Genfer Kantonalbank gewinnt Streit mit IBM endgültig

15. Mai 2023 um 09:34
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Foto: BCGE

Seit Jahren dauert das Gezanke zwischen der BCGE und ihrem ehemaligen IT-Dienstleister. In einem Vergleich wurde der Streit nun beigelegt, IBM muss viel Geld zahlen.

Die Genfer Kantonalbank (BCGE) streitet sich seit Jahren vor Gericht mit ihrem ehemaligen Dienstleister IBM. 2021 hat ein Genfer Gericht das US-Unternehmen zu einer Zahlung von 46,8 Millionen Franken verdonnert. Das Urteil wurde 2022 bestätigt. Einem Bericht der 'NZZ' zufolge hat sich IBM entschieden, den Fall an das Bundesgericht weiterzuziehen. Parallel hätten die beiden Parteien Verhandlungen aufgenommen.
Diese Verhandlungen seien Ende 2022 beendet worden. Das ist dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht der Bank zu entnehmen, wie der 'NZZ' aufgefallen ist. "Seit 2010 war die BCGE in einem Rechtsstreit mit einem Anbieter wegen eines Streits über verschiedene Dienstleistungen und die Art und Weise, wie diese in Rechnung gestellt wurden. Dieser Streit wurde Ende 2022 erfolgreich beigelegt", so der Jahresbericht, ohne Details zu nennen.
Weder die Bank noch IBM wollten sich auf Anfrage der 'NZZ' (Paywall) zum Fall äussern.

IBM kündigte Verträge mit der Bank

IBM war ab 2007 bei der Bank für die Migration auf Finnova beteiligt. Technisch war die Bank zufrieden, aber bei den finanziellen Fragen der Zusammenarbeit kam es zu Unstimmigkeiten. Im Kern ging es um die Frage, wie die Informatikarbeiten zu honorieren sind.
2010 folgte schliesslich der Eklat: IBM hatte mit sofortiger Wirkung alle Verträge gekündigt und von der Bank während einer Übergangsphase monatlich fast 1,5 Millionen Franken verlangt. Andernfalls werde man sämtliche Services einstellen. Um ihre Existenz zu sichern, ist die BCGE dieser Forderung nachgekommen.
Über den Inhalt des nun geschlossenen Vergleichs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Gemäss Informationen der 'NZZ' hat sich IBM verpflichtet, der Genfer Kantonalbank zwischen 30 und 40 Millionen Franken zu bezahlen. Der Betrag soll bereits überwiesen sein.
Im Jahresbericht heisst es dazu lediglich, dass der Ende 2022 beigelegte Rechtsstreit zu einem Gewinn für die Bank und die Gruppe geführt habe.

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