Gipfel-Selfie vom Kilimandscharo posten

15. Dezember 2022, 08:33
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Foto: Herbert Hellmuth / Lizenz: CC BY-SA 4.0

Surfen auf dem Dach Afrikas: Auf dem Kilimandscharo gibts jetzt Internet.

Höher hinaus als auf dem 5895 Meter hohen Uhuru-Gipfel, dem höchsten Punkt des Kilimandscharo-Bergmassivs, kommt man in Afrika nirgends. Und während die Luft für Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel immer dünner wird, liefert das "Dach von Afrika" seinen Besuchern seit dieser Woche selbst auf fast 6000 Metern High-Speed-Internet.
Nach der Corona-Pandemie hat die Regierung von Tansania eine grosse Kampagne gestartet, um Touristen zurück ins Land zu holen. Selbst die entlegensten Touristenregionen des Landes sollen Internet bekommen. Am Kilimandscharo steht laut Peter Ulanga, dem Geschäftsführer des Telekommunikationsunternehmens TTCL, das den Internetausbau verantwortet, vor allem die Sicherheit im Vordergrund.

Viele Bilder vom Dach Afrikas in Social Media

Aber es geht noch um mehr: "Jetzt können Sie vom Gipfel ihre Familien anrufen und mitteilen, dass Sie es bis ganz nach oben geschafft haben", sagt Ulanga, der gemeinsam mit Tansanias Informationsminister Nape Nnauye einer der ersten ist, der den Internet-Spot nutzt.
Am Dienstag erreichte eine Gruppe nach mehrtägigem Aufstieg den Gipfel und weihte die Internetverbindung offiziell ein. In sozialen Netzwerken soll es jedenfalls künftig viele Bilder von stolzen Touristen auf dem "Dach Afrikas" geben, die dann weitere Besucher auf den Berg locken.

Glasfaserkabel nicht unterirdisch verlegt

Beim Projekt habe man grossen Wert auf die Umweltverträglichkeit gelegt, so TTCL-Chef Ulanga: "Die Glasfaserkabel wurden nicht unterirdisch, sondern an der Oberfläche verlegt, um möglichst wenig in das Ökosystem einzugreifen." Nebst der Umwelt schont diese Variante zusätzlich das Portemonnaie.
Ulanga ist sich sicher, dass das Internet ein Vorteil für die Bürger vor Ort ist. Die Bergführer könnten nun noch einfacher mit ihren Touristengruppen kommunizieren. Ob das Ziel der tansanischen Regierung aufgeht und die Natur am Kilimandscharo dem neuerlichen Touristenansturm standhält, muss sich allerdings noch zeigen.
Bislang wagten jährlich etwa 50’000 Touristen den Aufstieg auf den Kilimandscharo. Afrikas höchster Berg im Norden Tansanias gilt unter Bergsteigern als unkompliziert. Nach zwei Pandemiejahren ist Tansania auf genau diese Touristen mehr denn je angewiesen. Der Tourismussektor ist für das Land mit seinen vielen Nationalparks ein zentraler Wirtschaftsfaktor. 17% des Bruttoinlandsprodukts werden laut dem tansanischen Finanzministeriums durch den Sektor generiert.

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