Glarus hoch3 ist bald Geschichte – die Migration läuft schon

12. August 2022, 13:32
image
Foto: Kanton Glarus / Maya Rhyner

Die Tage der IT-Firma der Glarner Gemeinden sind gezählt, sie wird auf Anfang 2023 in der kantonalen Informatik aufgehen. Entlassungen gibt es nicht.

Zum 1. Januar 2023 geht die lange Geschichte von Glarus hoch3 zu Ende. Die 23-köpfige Gemeinde-IT-Firma wird dann mit den Informatikdiensten des Kantons in Glarus zusammengeführt. Das erklärt Geschäftsführer Hans-Peter Legler auf Anfrage von inside-it.ch. Dazu sei bereits ein rund zweijähriges Migrationsprojekt gestartet worden, bei dem die gesamten Infrastrukturen inklusive Netzwerk und Rechenzentrum beim Kanton zusammengelegt werden. Zu den konkreten Auswirkungen sagt Legler, dass man physisch bereits zusammenarbeite. Nicht ohne Stolz betont er, alle Kunden – sprich Gemeinden – würden mitwechseln. Mitarbeitende würden keine entlassen und auch er gehe mit zum Kanton und übernehme dort eine Führungsrolle innerhalb der IT-Abteilung.
Mit dem nun initiierten Umbau erfülle man die Vorgaben des Gesetzes über die digitale Verwaltung (DVG), das an der Landsgemeinde vom 1. Mai 2022 angenommen worden sei. Es hat eine lange Vorgeschichte und war schon 2016 an der Landsgemeinde Thema. Jetzt ist im DVG unter anderem festgeschrieben, dass der Kanton für die Gemeinden die IT-Dienstleistungen erbringt, so das Protokoll der Landsgemeinde 2022.

Turnaround geschafft

Beendet wird damit die lange Historie eines IT-Dienstleisters. Zu den vielen Auf und Abs gehörte 2005 die Auszeichnung mit dem KMU-Preis der FDP Schweiz. 2015 konnte Glarus hoch3 dann gerade noch vor dem Konkurs gerettet werden. Die Geschäftsführung wurde ausgewechselt, unter Legler ging es dann ab 2016 um den Turnaround. Das Projekt sei erfolgreich gewesen, erklärt der noch amtierende CEO heute. Ab 2019 habe man schwarze Zahlen geschrieben und auch dieses Jahr werde man profitabel abschliessen. So werde der Kanton diesbezüglich keine Altlasten übernehmen.

Loading

Mehr zum Thema

image

22 "Kisten" für Startup Ledgy

Unter anderem glauben New Enterprise Associates und Sequoia Capital, dass der Anbieter einer Plattform zur Verwaltung von Mitarbeiterbeteiligungen eine vielversprechende Zukunft hat.

publiziert am 21.9.2022
image

Berner Verwaltung soll Verfügungen digital signieren können

Das KAIO sucht einen Anbieter von Standardsoftware für qualifizierte elektronische Unterschriften.

publiziert am 21.9.2022
image

Nationalrat stellt sich hinter digitale Verwaltung

Nach dem Ständerat heisst auch der Nationalrat das Bundesgesetz zur Digitalisierung der Verwaltung deutlich gut. Er will aber Anpassungen.

publiziert am 21.9.2022
image

Weshalb sich Cloud-Zahlen nur schwer vergleichen lassen

Weil die Hyperscaler ihre Umsätze unterschiedlich berechnen und ausweisen, ist ein direkter Vergleich der einzelnen Konkurrenten nur sehr schwer möglich.

publiziert am 21.9.2022