Google I/O: Verbesserte KI, neue Developer-Tools und Geräte

12. Mai 2022, 11:57
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CEO Sundar Pichai. Foto: Google

Google versucht sich erneut an einer AR-Brille. Auch das Google Wallet feiert ein Comeback.

An seiner Entwicklerkonferenz Google I/O stellte der Konzern Lamda 2 (Language Models for Dialog Applications) vor. Laut CEO Sundar Pichai handelt es sich dabei um "unsere bisher fortschrittlichste Konversations-KI". Lamda ist eine experimentelle Plattform für natürliche Sprache, die für fliessende Gespräche entwickelt wurde.
Damit und mit weiteren KI-Modellen sollen unter anderem die Google Suche und der Assistent verbessert werden. Laut Google kann Lamda komplexe Themen in einfache, verständliche Erklärungen und Schritte aufschlüsseln und Vorschläge als Antwort auf Fragen generieren. Google will mit seinen KI-Modellen auch die Möglichkeiten von Translate verbessern und ausbauen. Dem Dienst wurden 24 neue Sprachen von Assamese (Indien) bis Twi (Ghana) hinzugefügt, die laut Google von über 300 Millionen Menschen weltweit gesprochen werden. In einem Sheet mit noch nicht bei Translate vertretenen Sprachen tauchte auch ein Eintrag "Schwiizerdüütsch" auf. Wann auch Schweizerdeutsch allenfalls beim Übersetzungsdienst verfügbar wird, ist aber noch nicht bekannt. Mit Superlativen bedacht wurde auch die Google Cloud. "Das weltweit grösste öffentlich verfügbare Megacluster für maschinelles Lernen" werde den Nutzern der Plattform neun Exaflops an Rechenleistung liefern. "Der ML-Cluster von Google Cloud ermöglicht es Forschern und Entwicklern, an der Spitze der KI Durchbrüche zu erzielen, indem sie immer ausgefeiltere Modelle trainieren, um Arbeitslasten wie gross angelegte Verarbeitung natürlicher Sprache, Empfehlungssysteme und Computer-Vision-Algorithmen zu unterstützen", erklärte Sachin Gupta, Vice President und General Manager für Infrastruktur.

Eine Brille, die Sprache übersetzt

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Prototyp der Google-Brille.
Sprache spielt auch beim Prototyp einer neuen Augmented-Reality-Brille eine wichtige Rolle, die vorgestellt wurde. Die Brille soll Sprache in Echtzeit übersetzen können. Die Übersetzung wird dann als Text auf dem transparenten Brillendisplay angezeigt. Eine Kamera ist hingegen vorerst keine eingebaut. Über eine solche verfügte einst Google Glass. Die Brille galt jedoch schnell als Flop, und auch wegen Datenschutzbedenken wurde der Verkauf 2015 eingestellt. Nur eine Enterprise Edition wurde später erneut eingeführt. Unklar ist, ob Google den neuen Prototypen zur Marktreife und irgendwann in den Verkauf bringen will.
Ab Herbst 2022 sicher in den Verkauf kommen soll die Pixel Watch. Mit der ersten eigenen Smartwatch will Google vor allem in Konkurrenz zu Apple treten. Die Uhr soll für Nutzer von Android-Smartphones die Interaktion zwischen verschiedenen Apps vereinfachen.
Ebenfalls neu aufgelegt wird Google Wallet. Die App wurde 2015 eingestellt und in Google Pay integriert. Jetzt soll sie ein eigenständiges Comeback feiern. Wallet soll es möglich machen, Kreditkarten, Identitätskarte, Führerausweis, Tickets und mehr an einem Ort zu speichern. Der Konzern erhofft sich, dass viele Partner das System unterstützen werden, und Kunden so zukünftig nur noch eine App für Reisedokumente, Fahr- und Eintrittskarten sowie Bezahlungen benutzen – die natürlich eng mit dem übrigen Google-Ökosystem verknüpft ist.

Firebase erhält wichtiges Update

Neben neuen Produkten gab es an der Google I/O auch noch News für Developer. So wird bei Firebase, dem Backend-App-Entwicklungsprogramm von Google, ein grösseres Update durchgeführt. Firebase soll zukünftig besser in Kombination mit anderen Entwicklertools von Google und externen Anbietern funktionieren.
So soll Firebase ein verbessertes API-Management von Drittanbietern bereitstellen. Weiter wird das Firebase-Tool Crashlytics, mit dem Abstürze und Bugs verfolgt werden können, direkt in Android Studio integriert. Vereinfacht werden soll auch die Bereitstellung von Apps mit einem einzigen Befehl "Firebase deploy". Google ermittelt dann automatisch alle Abhängigkeiten und stellt sie über Firebase-Hosting- und Backend-Dienste bereit. Auch für Android Studio, Jetpack Compose und weitere Entwicklertools wurden an der Konferenz Verbesserungen vorgestellt.

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