Google und Youtube investieren, um gegen Fake-News vorzugehen

29. November 2022, 16:25
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Der US-Konzern schiesst knapp 13 Millionen Franken in einen Fonds ein, um Faktencheck-Organisationen weltweit zu unterstützen.

Der Internetriese Google verstärkt sein Engagement gegen Fehlinformationen im Internet und stellt Faktencheck-Organisationen zusätzliche finanzielle Mittel zur Bekämpfung von Fake-News zur Verfügung. Zusammen mit der Google-Tochter Youtube will der Konzern einen neuen Fonds des International Fact-Checking Network (IFCN) am US-amerikanischen Poynter Institute mit umgerechnet 12,5 Millionen Franken fördern.
Der Fonds werde ein Netzwerk von 135 Faktencheck-Organisationen aus 65 Ländern in 80 Sprachen unterstützen, hiess es am Kongress "Fighting Misinformation Online Summit". Für Google und Youtube sei dies die bislang grösste Einzelförderung im Bereich Faktenchecks, wie das Unternehmen erklärt. Der neue Fonds wird demnach Anfang 2023 eröffnet.
Am Kongress wies die Chefin der Google-Tochter Jigsaw, Yasmin Green, darauf hin, dass im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die Aktivitäten von russischen Propaganda-Einheiten stark zugenommen haben. Dabei werde unter anderem versucht, rassistische Vorurteile zu verstärken und die politische Stimmung anzuheizen.
Jigsaw startete im Rahmen der Konferenz die neue Webseite "Info Interventions". Auf dem Portal werden unterschiedliche forschungsbasierte Ansätze vorgestellt, um die Gesellschaft auf schädliche Online-Phänomene wie Fehl- und Desinformation besser vorzubereiten und den Schaden zu reduzieren.
Youtube stellte auf der Konferenz die neue Initiative "Klicke Pause" vor, mit dem die Medienkompetenz der User gefördert werden soll. Auf dem Kanal werden unter anderem Tipps gegeben, um Manipulationstaktiken, die zur Verbreitung von Desinformationen verwendet werden, besser zu verstehen.
Bei Twitter hingegen betont der neue Besitzer Elon Musk derzeit die "freie Meinungsäusserung". Auf der Plattform wird nun nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vorgegangen. Der Online-Dienst hatte 2020 Regeln aufgestellt, um die Verbreitung falscher und irreführender Informationen über das Virus und Impfstoffe zu unterbinden. Damit ist jetzt offenbar Schluss.

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