Grosser Hardware-Auftrag vom Kanton St. Gallen geht allein an Bechtle

4. März 2022, 09:39
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Foto: Nico Kargel/Unsplash

Das Bildungsdepartement hat den neuen Rahmenvertrag zur Hardware-Beschaffung diesmal mit nur einem Distributor geschlossen.

Der im Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen seit 2008 bestehende Rahmenvertrag mit HP zur Hardware-Beschaffung ist ausgelaufen. Auf die Neuausschreibung vom letzten Sommer sind 4 Angebote eingegangen, wie dem jetzt erst veröffentlichten Zuschlag von Ende Januar zu entnehmen ist. Gesichert hat sich den Auftrag für gut 12 Millionen Franken die in Mägenwil ansässige Bechtle-Filiale.
Der neue Rahmenvertrag ist auf 5 Jahre abgeschlossen worden, umfasst aber eine Option zur Verlängerung von zweimal 2 Jahren. Damit kommt er der langen Laufzeit des bisherigen Vertrags nahe. Denn "falls von diesen Optionen Gebrauch gemacht wird, beträgt die Dauer insgesamt 9 Jahre", wie der Kanton auf Anfrage mitteilen lässt.
Wie hoch das konkret abzunehmende Hardware-Mengenvolumen ausfällt, ist noch offen. Um vergleichbare Offerten zu erhalten, sind im Pflichtenheft Schätzungen angegeben worden, die aber auf aktuellen Zahlen basieren, wie es dort heisst. Demnach sollen pro Jahr 850 Notebooks, 500 Desktops und 250 All-in-one-Geräte beschafft werden. Dazu kommt Zubehör mit 850 Mäusen, 750 Tastaturen und 280 Dockings-Stations. Klar muss also sein, dass dieses Mengengerüst keine Abnahmeverpflichtung darstellt, so Meier.
Ohnehin betont die Ausschreibung, dass von dem "geeigneten und zuverlässigen Lieferanten von IT-Hardware" diesmal auch übergreifende Ziele zu erfüllen sind. So hat die Bestellabwicklung über einen Webshop zu erfolgen, es muss der Zugriff zu einem Support-Portal bestehen, eine effiziente Logistiklösung verfügbar sein und es dürfen keine Zusatzkosten entstehen – weder für Betrieb und Unterhalt des Webshops noch für die Warenlieferung oder den Support.
Dass diesmal nur ein Disti zum Zuge gekommen ist, scheint genau diesen zusätzlichen Aufgaben geschuldet zu sein. Jedenfalls erklärt man beim Kanton, dass die Ausschreibung für Hersteller und Distributoren offen gewesen sei: "Zu beachten ist, dass neben dem Bezug von Hardware auch Dienstleistungen Teil der Beschaffung sind ". Damit sei zum Beispiel der Webshop oder die Support-Organisation gemeint. Die Bewertung der Offerten sei gemäss Ausschreibeunterlagen erfolgt und "unabhängig davon, ob es sich um einen Hersteller oder einen Distributor handelt", informiert der Kanton weiter.
Auch auf die Frage, ob man den Auftrag nicht hätte splitten können, führen die St. Galler aus, eine "Nutzung von mehreren Distributoren wäre aufgrund der Mehraufwendungen bei der Administration und Logistik nicht zweckmässig" gewesen. Deshalb habe man einen Vertragspartner für den Bezug der Hardware und der Dienstleistungen gesucht wird.
Bei der Deutschschweizer Bechtle dürfte man sich über diesen grossen Auftrag die Hände reiben. Nicht zuletzt, weil im 2021 die zahlenmässig meisten Ausschreibungen in der Westschweiz gewonnen wurden, wie einer Auswertung auf Intelliprocure zu entnehmen ist.

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