Guadeloupe stellt nach Cyberangriff das Internet ab

22. November 2022, 11:40
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Foto: Viktor Ruppert / Unsplash

Zum Schutz von Daten hat das französische Überseegebiet alle Computernetzwerke unterbrochen. Um welche Art von Cyberbedrohung es sich handelt, ist noch nicht bekannt.

Das französische Überseegebiet Guadeloupe hat einen "gross angelegten Cyberangriff" vermeldet. "Als Sicherheitsmassnahme wurden alle Computernetzwerke abgeschaltet, um Daten zu schützen, und eine Diagnose ist im Gange", erklärten Behörden der karibischen Insel. Dazu sei ein Plan aufgestellt worden, um die öffentlichen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Die Region arbeite mit den Polizeibehörden zusammen und habe auch die französische Datenschutzbehörde CNIL benachrichtigt.
In den vergangenen Monaten waren mehrere französische Einrichtungen Ziel von Cyber-Attacken geworden. Im August etwa hatten Hacker ein Krankenhaus nahe der Hauptstadt Paris lahmgelegt und schliesslich Patientendaten geleakt, nachdem sich die Klinik einer Lösegeldzahlung verweigert hatte. Auch auf die Hafenstadt Caen im Nordwesten des Landes und die Départements Seine-Maritime und Seine-et-Marne hatte es Angriffe gegeben.
Um welche Art von Sicherheitsverletzung es sich in Guadeloupe handelt, ist bis jetzt unklar. Cyberangriffe, die Auswirkungen auf eine ganze Region oder ein ganzes Land haben, sind rar. Im Januar 2022 legten Hacker während einem Minecraft-Turnier die Internetversorgung von Andorra mit DDoS-Attacken fast komplett lahm. Im Jahr 2016 sorgte das Botnetz Mirai dafür, dass Liberia vom Netz genommen werden musste.

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