Horizon: Bundesrat nimmt 650 Millionen Franken in die Hand

10. April 2024 um 14:36
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Illustration: Gravity / Unsplash

Wie in den letzten Jahren finanziert der Bund Forschende in der Schweiz direkt, die beim EU-Förderprogramm mitmachen wollen. Ziel ist aber, bald wieder voll assoziiert zu sein.

Der Bundesrat hat am heutigen 10. April 2024 Übergangsmassnahmen für die Ausschreibungen 2024 des Horizon-Pakets 2021-2027 beschlossen. Dazu will er maximal 650 Millionen Franken aufwenden.
Verwendet dazu werden laut Bundesrat die Mittel, die das Parlament Ende 2020 für die Teilnahme am Horizon-Paket gesprochen hatte. Da die Schweiz aber seit ein paar Jahren nur noch als nicht assoziiertes Drittland gilt, hat er die Direktfinanzierung beschlossen.

Projekte werden von der EU bewertet, von der Schweiz finanziert

Akteuren aus Forschung und Innovation in der Schweiz ist mit diesem Status als Drittland die Teilnahme an ungefähr zwei Dritteln des Programms möglich. Sie können Forschungs- und Innovationsprojekte in den zugänglichen Programmteilen einreichen. Werden sie von der Europäischen Kommission positiv evaluiert, sollen sie direkt vom Bund finanziert werden. 600 Millionen Franken stehen dafür zur Verfügung. Weitere 50 Millionen Franken sieht der Bundesrat für nicht zugängliche Programmteile vor. Ausserdem seien Zusatzmittel für Aktivitäten in den Bereichen Raumfahrt und Cybersecurity vorgesehen.
Bereits für die Ausschreibungen der Jahre 2021, 2022 und 2023 hatte der Bundesrat Horizon-Europe-Übergangsmassnahmen beschlossen. Das EU-Programm Horizon Europe läuft bis 2027 und ist mit einem Budget von gut 95 Milliarden Euro das weltweit grösste Forschungs- und Innovations­förder­programm. Die Schweiz war am Vorgängerprogramm, Horizon 2020, assoziiert.
Der Bundesrat strebe raschestmöglich den gleichen Status für Horizon Europe und den damit verbundenen Programmen und Initiativen an, wie er schreibt. Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU zum Paketansatz und damit auch zu einer Assoziierung an die EU-Programme seien mittlerweile lanciert. Dies eröffne den Forschenden in der Schweiz die Möglichkeit, für die Ausschreibung ERC Advanced Grants 2024 bei der EU einzugeben und damit am europäischen Wettbewerb für exzellente Pionierforschung teilzunehmen. Die Finanzierung der Schweizer Beteiligungen aber geschieht weiterhin direkt durch den Bund.

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