In der Schweiz entstehen nicht mehr KI-Jobs

18. April 2024 um 10:39
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Der "AI Index" der Stanford University hat die Einstellung von KI-Mitarbeitenden untersucht. In der Schweiz stagniert diese im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern.

Der umfangreiche "AI Index 2024" des Institutes for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI) der Stanford University befasst sich mit so ziemlich allen Facetten der gegenwärtigen KI-Entwicklung. Die Investitionen in generative KI steigen sprunghaft an, ist ein Fazit. Insgesamt wurden in den USA in den letzten 10 Jahren 335 Milliarden Dollar in KI investiert, gefolgt von China mit 103 Milliarden. In der Schweiz waren es 3,2 Milliarden Dollar. Eigentlich sollten diese Investitionen auch die Nachfrage nach Fachkräften mit KI-Kenntnissen steigern.
Allerdings sei der Anteil an KI-Stellen an allen Jobausschreibungen in den USA von 2% im Jahr 2022 auf 1,6% zurückgegangen. Ein Trend, der auch global feststellbar sei, konstatiert das HAI: "Dieser Rückgang bei den KI-Jobangeboten ist auf weniger Stellenausschreibungen führender KI-Unternehmen und einen geringeren Anteil an Stellen im Technologiebereich zurückzuführen."
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Entwicklung des Anteils der KI-Jobs bei Stellenausschreibungen. Grafik: HAI
Auch in der Schweiz ist der Anteil laut Index nach einem sprunghaften Anstieg im Jahr 2021 rückläufig und beträgt aktuell rund 1%. Bei der Einstellungsquote von KI-Mitarbeitenden weist die Schweiz im Jahresvergleich ein Minus von 0,2% auf. Ein anderes Bild zeigt sich zum Beispiel in Skandinavien: Norwegen und Dänemark plus 13%, Schweden und Finnland plus 7%. An der Spitze liegen Hongkong, Singapur und Luxemburg mit einem Plus von 28% respektive je 18%.

Viel KI-Know-how, auch Dank Migration

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KI-Talente in den einzelnen Ländern. Grafik: HAI
Das HAI hat weiter die "KI-Fähigkeitsdurchdringung" ausgewertet. Diese soll Aufschluss über die Verbreitung von KI-Fähigkeiten in allen Berufen geben. An der Spitze liegt hier Indien. Die Schweiz befindet sich am unteren Ende der Tabelle, hinter den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien. Besser schneidet sie bei der Anzahl der KI-Talente ab. Seit 2016 verzeichnete sie hier ein Plus von 142%. Während zum Vergleich Frankreich oder Schweden bloss ein Plus von zwischen 40 und 50% erreicht haben.
Die Schweiz setzt dabei nicht zuletzt auf Migration. Gemäss Index sind Luxemburg, die Schweiz und die Vereinigten Arabischen Emirate diejenigen drei Länder, welche die grösste Zuwanderung von KI-Talenten vermelden.
"AI Index 2024" Der jährliche KI-Index der Stanford University beleuchtet detailliert verschiedene Themen: Forschung und Entwicklung, technischer Leistung von KI-Modellen, Wirtschaft, Bildung, Regulierung und öffentliche Meinung zu Künstlicher Intelligenz. Der Report kann auf der HAI-Website kostenlos gelesen und heruntergeladen werden.


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