Inflation und Lieferketten lassen den PC-Markt schrumpfen

12. Juli 2022, 11:50
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Foto: Domenico Loia / Unsplash

Nach dem Aufschwung durch die Corona-Pandemie sind die PC-Verkäufe zuletzt wieder abgesackt. Nun ist es erstmals zu einem Rückgang gekommen.

Nachdem Gartner vor 2 Wochen noch prognostizierte, dass die diesjährigen Verkaufszahlen von Notebooks und Desktop-PCs um fast 10% zurückgehen werden, zeigen die neusten Berechnungen nun erstmals seit der Corona-Pandemie einen Rückgang.
Die Marktforscher verwiesen bei ihrer Analyse auf die fortlaufenden Engpässe bei den Bauteilen und der Lo­gis­tik, zu denen angesichts der hohen In­fla­tion und der schwachen Konjunktur auch noch ein Nachfragerückgang hinzukam. Nach Berechnungen der Ana­lyse­firma IDC fiel der Absatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 15,3% auf insgesamt 71,3 Millionen Geräte. Der Konkurrent Gartner errechnete ein Minus von 12,6% auf gut 72 Millionen PCs.
Die Angst vor einer Rezession habe die Nachfrage quer durch die Markt­segmente gedämpft, erklärte IDC-Analyst Jitesh Ubrani. Konsumenten hielten sich zurück, die Nachfrage von Unternehmen sei zwar robuster, aber auch diese hätten PC-Käufe aufgeschoben. Auch aus dem Bildungsmarkt kämen weniger Bestellungen. Zugleich würden immer noch mehr PCs abgesetzt als vor der Pandemie: Im zweiten Quartal 2019 seien es gut 65 Millionen Geräte gewesen.

Supply Chain als Ursache

Gartner-Analystin Mikako Kitagawa sieht vor allem die Störungen in den globalen Lieferketten als Ursache für den Rückgang. Zugleich erwartet sie Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage auf das Produktangebot: Die Inflation sorge für höhere Kosten bei den Anbietern, und um ihre Gewinne zu sichern, müssten sie inmitten sinkender Nachfrage höhere Durchschnittspreise durchsetzen.
Für den Branchenprimus Lenovo errechneten beide IT-Marktforscher für das vergangene Quartal einen Absatzrückgang von gut 12%. Bei HP sei er im Jahresvergleich gar um 27,5% eingebrochen. Einzig Dell kam mit einem einstelligen Minus von 5% durch das Quartal.
Bei Apple gehen die Schätzung auseinander: IDC kam auf einen Rückgang von 22,5% auf insgesamt 4,8 Millionen Macs, laut Gartner gab es dagegen ein Wachstum um 9,3% auf 6,36 Millionen Geräte.

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