IT-Woche: Cyberkriminelle sind auch nur Menschen

29. Juli 2022, 10:40
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Wo ist der Cyberkriminelle? Foto: Jacek Dylag / Unsplash

Auch Ransomware-Banden machen manchmal Fehler und verwechseln das Unternehmen, das sie angegriffen haben.

Vergangene Woche meldete eine Ransomware-Bande im Darkweb, ein Deutschschweizer IT-Unternehmen angegriffen zu haben. Unser Anruf bei besagtem Unternehmen sorgte für Verwirrung: Man habe nichts dergleichen bemerkt.

Wechselfehler bei den Cyberkriminellen

Wir dachten zunächst: "Jaja, klar. Haben wir schon oft gehört." Aber tatsächlich: Die Firma wurde wirklich nicht angegriffen, sondern ein IT-Unternehmen mit einem sehr ähnlichen Namen in der Welschschweiz. Die Angreifer haben geschludert und den Namen der beiden Unternehmen verwechselt.
Opfer von Cyberkriminellen wurden indes noch weitere Unternehmen. Auch hat der in der Schweiz vertretene Baustoffriese Knauf noch 3 Wochen nach einem Angriff Probleme. Und, was punkto Datenschutz womöglich noch etwas kritischer ist: Auch die europäische Datenbank "Intranet False and Authentic Documents Online" (iFado) wurde geknackt. Die Datenbank wird von verschiedenen Grenzbehörden genutzt, um Informationen über aktuelle Sicherheitsmerkmale und Fälschungstechniken für Reisepapiere miteinander zu teilen. Sie enthält wichtige Informationen, die bei der Kontrolle von Papieren durch die Polizei oder den Zoll hilfreich sind.

Berner Polizei und die Software-Probleme

Doch aktuell hat zumindest die Berner Polizei mit eigenen Problemen zu kämpfen: "Fehleranfällig und langsam" sei die neue Rialto-Software, sagen die Anwender. Demnach harzt es beim Tempo und auch die Fehler der Software häufen sich. Dieselbe Software sollte eigentlich auch schon bei den Kollegen in Basel im Einsatz sein. Auch dort kam es aber zu Verzögerungen, worüber das Justizdepartement angesichts der Software-Probleme in Bern nun nicht unglücklich ist. Jetzt wartet man am Rheinknie ab und schaut sich zuerst an, was in Bern passiert.
Zürich stellt sich indes punkto Cyberabwehr neu auf. So baut der Kanton ein Zentrum für Cybersicherheit auf, Bug-Bounty-Programme und 18 neue Stellen inklusive. Teil der Bemühungen, die IT-Sicherheit zu stärken, sei auch die kürzlich verabschiedete Cyberstrategie, teilt der Kanton mit. Damit diese fachkundig umgesetzt werde, schaffe der Kanton ein neues Zentrum für Cybersicherheit.

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