IT-Woche: Ein Zmittag mit Folgen

16. September 2022, 13:52
  • kolumne
  • it-woche
  • rückblick
  • meinung
image
Foto: Louis Hansel / Unsplash

Wann AWS in der Schweiz startet, ist nicht bekannt. Wo sie starten, hingegen schon.

Da gehe ich nichts Böses ahnend mit jemandem Mittagessen und plötzlich fallen quasi in einem Nebensatz die neuen RZ-Standorte von AWS in der Schweiz, so als wäre nichts dabei. Dabei rätselt die Branche seit Jahren darüber, wo sich der Cloud-Primus einnistet. Noch auf dem Rückweg versuche ich in ein paar Telefonanrufen mehr zu erfahren, beziehungsweise die Informationen zu erhärten. Und voilà: AWS ist künftig an den Standorten Lupfig bei Green, Glattbrugg bei Interxion und Winterthur bei Vantage präsent.

Hyperscaler-Cloud im regulierten Umfeld

Apropos AWS: Es ist hinlänglich bekannt, dass die Cloud-Angebote der Hyperscaler punkto Verfügbarkeit, Sicherheit und Preis praktisch konkurrenzlos sind. Und immer mehr verschwinden auch die Nachteile punkto Rechtssicherheit und Datenschutz, wie zuletzt ein Gutachten des Anwalts Christian Laux zeigte. Und es wirkt: Wir haben mit dem Versicherer Helvetia gesprochen und erfahren, wie der Gang in die AWS-Cloud auch im stark regulierten Umfeld möglich ist.

Bähnler digitalisiert das Gesundheitswesen

Noch in anderen Sphären unterwegs ist aktuell das Bundesamt für Gesundheit. Die Behörde hat es geschafft, mit dem Drama um "Meineimfpungen" auch ohne amerikanische Cloud für einen Datenskandal zu sorgen. Doch nun will das Amt fürschi machen mit der Digitalisierung. Dafür hat man jetzt nach mehrmonatiger Vakanz einen neuen Tätschmeister für die überfällige Transformation gefunden. Es ist der langjährige SBBler Mathias Becher.

Transparente Kommunikation nach Cyberangriff

Daten abhanden gekommen sind mutmasslich auch dem Schoggifabrikanten Läderach, der Opfer einer Ransomware-Attacke geworden ist. Das Unternehmen hat überaus vorbildlich auf den Angriff reagiert und offen sowie transparent kommuniziert, was passiert ist. In einer E-Mail an die Mitarbeitenden wurde informiert, dass Namen, Geburtsdaten, private Wohnadressen oder Telefonnummern im Netz landen könnten. Auch Lohnbescheinigungen, Arbeitsverträge oder Informationen zu den An- und Abwesenheiten mit Angestellten seien möglicherweise von einem Datenklau betroffen. Und Mitarbeitende sollten ihre Bankkonten auf verdächtige Transaktionen überprüfen und ihre persönlichen Passwörter ändern, sofern sie sich auf den infizierten Firmenrechnern in ihr E-Banking eingeloggt haben.
Angegriffen werden, kann jeder. Proaktiv kommunizieren hingegen nicht.

Loading

Mehr zum Thema

image

Mgmt Summary: Agile

In der Kolumne Mgmt Summary erklärt Rafael Perez Süess Buzzwords. Heute sagt er, was agile mit Feng-Shui zu tun hat.

publiziert am 6.10.2022
image

#Security: Vom Ködern und Fischen

Der Faktor Mensch wird oft als grösstes Sicherheitsrisiko bezeichnet, aber selten wirksam adressiert. Das schreibt Cornelia Puhze von Switch in ihrer aktuellen Kolumne.

publiziert am 5.10.2022
image

IT-Woche: Datenschutz vs. Anwälte – wer gewinnt?

Es läuft die Schlussviertelstunde des Spiels. Aktuell steht es Unentschieden. Die Anwälte sind im Angriff, aber die Datenschützer haben eine starke Verteidigung im Aufgebot.

publiziert am 30.9.2022
image

Vor 39 Jahren: Word 1.0 für MS-DOS erscheint

Im September 1983 brachte das Hause Redmond seine Textverarbeitungs-Software für das Microsoft Disk Operating System, kurz MS-DOS, auf den Markt.

publiziert am 30.9.2022