IT-Woche: Hire und Feier

25. November 2022, 15:11
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Wohin fliegen die entlassenen US-Tech-Profis? Foto: Ankush Minda on Unsplash

Können die Entlassungen bei Big Tech helfen, den hiesigen Fachkräftemangel zu lösen? Das wäre ein Grund, zu feiern.

Zusätzliche 120'000 Informatikerinnen und Informatiker fehlen dem Schweizer Arbeitsmarkt bis 2030, wenn die Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) stimmen.
Demgegenüber stehen aktuell um die 50'000 Fachkräfte, die aktuell im US-Techsektor ihren Job verloren haben. Deshalb haben wir diese Woche nicht nur uns, sondern auch Schweizer IT-Arbeitgeber gefragt: "Sind die Entlassungen bei Big Tech ein Segen für lokale IT-Firmen?"
Die kurze Antwort von den zufällig ausgewählten Firmen lautete: Nein. Man merke hierzulande noch nichts von den Entlassungswellen der amerikanischen Techgiganten, die auch in der Schweiz teilweise sehr präsent sind. Viel spürbarer seien die Auswirkungen der Pandemie, welche einen regelrechten Digitalisierungsschub ausgelöst habe.
Würden entlassene IT-Fachleute aus den USA in die Schweiz kommen wollen, wäre dies auch nicht ohne weiteres möglich. Die Problematik der Kontingente diskutieren wir in der aktuellen Podcast-Folge zur Jobvernichtungswelle.
Die gute Nachricht für die Angestellten der Big-Tech-Unternehmen in den Schweizer Niederlassungen ist indes, dass die Entlassungswelle noch nicht in die Schweiz geschwappt ist. Von gestrichenen Stellen bei Google, Microsoft oder Meta in Zürich ist jedenfalls noch nichts zu hören.
Also sind die Entlassungswellen trotz Milliardengewinnen von Big Tech in den USA also kein Grund zu feiern. Vielmehr ist zu befürchten, dass die US-Mentalität von "Hire and Fire" weitergeht, sobald sich die geopolitische Situation, die Lieferengpässe für Chips und die Finanzmärkte wieder beruhigen.

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