IT-Woche: Kaufen, verkaufen und mieten

20. Mai 2022, 15:07
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Während ein Unternehmen gekauft oder verkauft wird, wird Software gemietet. Die Stadtberner sind da auf den Geschmack gekommen.

Seit Elon Musk sich Anfang April die ersten Anteile von Twitter gesichert hatte, vergeht kaum ein Tag, ohne dass "Neues" zum Thema publik wird. Zuerst soll er in den VR, dann doch nicht, um dann im Anflug von leichtem Grössenwahn die ganze Bude übernehmen zu wollen.
Warten auf die Börsenaufsicht
Angeblich jedenfalls. Dann ist er wieder davon abgerückt: Um den Preis zu drücken? Um Börsenspielchen zu spielen? Einfach weil er's kann und das lustig findet? Man weiss es nicht genau. Jedenfalls haben wir bei inside-it.ch am 26. April mit der Publikation der Meldung "Elon Musk kauft Twitter" entschieden, vorerst (und bis zu einer offiziellen, rechtlich gesicherten Übernahme oder dem Eingriff der Börsenaufsicht) keine weiteren News mehr dazu zu veröffentlichen. Auch um nicht jeden Furz von Elon wichtiger zu machen, als dieser tatsächlich ist.
Wichtig war letzte Woche indes der Verkauf des Fintechs Contvista von Viseca an Finnova. Der Banken­software-Hersteller will mit Contovista sein Data-Analytics-Know-how und -Portfolio stärken. Ebenfalls relevant, aber noch nicht ganz über den Tisch, ist der Verkauf des Spital-IT-Riesen Dedalus, der auch hierzulande einige Spitäler zu seiner Kundschaft zählt. Ardian, aktueller Mehrheitseigner des Unternehmens, will demnächst einen Auktionsprozess starten. Bis dato gibts noch nichts Neues zu berichten.

Berner sagen bye bye Open Source Software

Kaufen kann man indes nicht nur Unternehmen, sondern auch Softwarelizenzen (obwohl man diese ja neuerdings eher mietet als kauft). Und da tut sich in der Stadt Bern erstaunliches, zumindest wenn man sich in Erinnerung ruft, was die Bundesstadt mal war: eine regelrechte Open-Source-Hochburg. Die Stadtberner rücken nämlich immer mehr von dieser Vergangenheit ab und beschaffen sich haufenweise M365-Lizenzen. Wo immer möglich sollen Microsoft-fremde Applikationen durch funktionsgleiche Applikationen aus dem MS-365-Portfolio ersetzt werden.
Das ist mal eine Ansage.

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