IT-Woche: Wirds jetzt kritisch?

24. Juni 2022, 14:00
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Ist uns die Sperrung des Schweizer Luftraums eine Lehre und wenn ja, welche? Die Angriffe aufs Gesundheitswesen hören nicht auf.

"Störungen wie letzte Woche wollen wir nie mehr sehen", sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga diese Woche am Treffen der Telekombranche in Bern. Sie meinte damit die technische Panne bei der Flugsicherung Skyguide, die eine Sperre des Schweizer Luftraums zur Konsequenz hatte.
Nun, immerhin zeigte der Ausfall eines Switchs bei Skyguide eines: Dass die kritische Infrastruktur der Schweiz, zu der zum Beispiel IT, Post, Verkehr, Wasser- und Stromversorgung zählen, immer abhängiger von der IT-Infrastruktur wird. Sommaruga will jetzt mit ihrem Departement Gegensteuer geben und dafür sorgen, dass die Netze stabiler werden.

Gesundheitswesen im Fokus der Angreifer

Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Genügen wird das aber nicht, wie die Cyberangriffe aufs Schweizer Gesundheitswesen zeigen. Neustes Opfer ist der Spitalverband H+, den wir auch in der aktuellen Podcast-Folge diskutieren. Immerhin: Der Verband reagierte vorbildlich, informierte alle Behörden und fuhr sämtliche Systeme sofort herunter.
Aber treffen kann es jeden und ein Angriff ist denkbar einfach, wie ein Test beim Spital Schwyz kürzlich zeigte: Eine E-Mail, die vorgab, von der Spitaldirektorin zu stammen, animierte jeden fünften Mitarbeitenden dazu, einen Link anzuklicken. Wäre der Angriff echt gewesen, hätten die Kriminellen in das System eindringen können und entsprechend Zugriff auf die relevanten Systeme gehabt.

Fachkräftemangel allenthalben

Vorbeugende Massnahmen trifft auch Swissmedic. Die Zulassungsbehörde für Arzneimittel bezieht ihre Public-Cloud-Services in Zukunft von den amerikanischen Anbietern Microsoft, Oracle und AWS. Für 25 Millionen Franken erhofft sich die Organisation sicher auch mehr Sicherheit für die eigenen Systeme.
Viel Geld investierten diese Woche die Post, das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) sowie die Stadt Bern und der Kanton Zürich. Während es bei den ersten drei um externe Personalressourcen geht, kauft der Kanton Zürich für 14 Millionen Franken für seine Berufs- und Mittelschulen eine neue Schuladministrationssoftware.

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