IT-Woche: Zum Leben zu wenig…

23. September 2022, 13:03
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Foto: Waldemar Brandt / Unsplash

Es geht nicht nur im Gesundheitswesen um Leben und Tod, sondern auch in der IT.

Wenn man tot ist, braucht man kein EPD mehr. Ob es vorher etwas nützt, ist aktuell Gegenstand von Diskussionen. Stand heute: eher nicht. Damit sich das ändert und damit ein digitales Gesundheitsdossier für alle Bürgerinnen und Bürger Sinne ergibt, muss sich einiges ändern.
Andri Silberschmidt, FDP-Nationalrat, und Richard Patt, Geschäftsführer der Stammgemeinschaft Esanita, sagen beispielsweise, dass die doppelte Freiwilligkeit aufhören müsse. Was er damit meint, ist: Hausärzte müssen mitmachen und alle Patientinnen und Patienten auch. Für beide ist es heute freiwillig und so ist es kein Wunder, dass die PDF-Friedhöfe landauf landab noch grösstenteils verwaist sein dürften. Was Silberschmidt auch noch forderte – und was jetzt vom Parlament beschlossen worden ist – ist eine eindeutige digitale Patienten-ID. Damit können "die verschiedenen Systeme miteinander kommunizieren und der Datenschutz kann eingehalten werden", sagte uns der FDP-Nationalrat.

ID oder keID – das ist hier die Frage

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt indes das Projektteam von Justitia 4.0, was quasi dem EPD für Anwältinnen und Anwälte, Gerichte und Staatsanwaltschaften entspricht. "Der Bundesrat wird entscheiden, welche digitalen Identitäten für die Authentifizierung anerkannt sein werden. Auf keinen Fall wollen wir eigene juristische Identitäten schaffen", sagte uns Projektleiter Jacques Bühler im Interview.
Gestorben wird leider nicht nur bei gesundheitlichen Problemen, sondern auch bei wirtschaftlichen. Getroffen hat es einen St. Galler PC-Schrauber, übrigens einen der letzten der Schweiz: Prime Computer stellt seine Geschäfte schon per Ende Oktober ein. Was dies für bestehende Kunden und mögliche Garantiefälle bedeutet, ist unklar. Prime schreibt lediglich, laufende Bestellungen würden wie gewohnt abgewickelt.
Unklar ist auch, was es für Bexio bedeutet, dass Yokoy den Vertrag mit dem Business-Software-Anbieter gekündigt hat. Jedenfalls können Kundinnen und Kunden von Bexio die Integration des Spesenabrechners nicht mehr nutzen. Betroffen seien nur 130 Kunden, schreibt Bexio-Sprecherin Jennifer Maurer. Alles halb so wild? Wir werden sehen. Die Firma hat jedenfalls Erfahrung im Verärgern seiner Kundschaft.

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