Italienische Datenschützer büssen Clearview AI

10. März 2022, 16:02
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Illustration: Mikemacmarketing / CC BY 2.0.

Der umstrittenen Firma wird in Italien eine Strafe von 20 Millionen Euro aufgebrummt, weil sie Daten von Bürgerinnen und Bürgern ohne deren Zustimmung gesammelt hat.

Der italienische Datenschutzbeauftragte (GPDP) hat der Firma Clearview AI ein Bussgeld in der Höhe von 20 Millionen Euro auferlegt. Das Unternehmen habe ein biometrisches Überwachungsnetz eingerichtet, ohne die Zustimmung der Betroffenen einzuholen, so eine Mitteilung.
Clearview ist umstritten und hat auch hierzulande bereits für Schlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen sammelt mittels Web Scraping Bilder von Personen in einer umfassenden Datenbank, möglicherweise, so der GPDP, angereichert mit Informationen wie Titel oder Geolokalisierung. Laut Unternehmensangaben umfasst die Datenbank 10 Milliarden Bilder von Gesichtern von Menschen aus der ganzen Welt. Diese wird beispielsweise an Strafverfolgungsbehörden verkauft.
Nicht nur Datenschützer versuchen, gegen Clearview vorzugehen, auch die Betreiber von sozialen Medien taten dies. 2020 hatten Google, Twitter, Facebook, Youtube und Venmo Unterlassungsaufforderungen an das Unternehmen geschickt. In diesen forderten sie das Unternehmen auf, das Scraping von Fotos auf ihren Websites einzustellen.
Eigenen Angaben zufolge hat die italienische Behörde die Untersuchung gegen Clearview nach "Beschwerden und Berichten" eingeleitet. Die UNtersuchung habe ergeben, dass die im Besitz des Unternehmens befindlichen personenbezogenen Daten, einschliesslich biometrischer und Geolokalisierungsdaten, ohne angemessene Rechtsgrundlage illegal verarbeitet werden, so die Mitteilung. Das Unternehmen würde entgegen eigenen Behauptungen "die Verfolgung italienischer Staatsbürger und Personen, die sich in Italien aufhalten", ermöglichen.
Neben der Geldstrafe verlangt die Behörde auch, dass Clearview alle Daten von Personen löscht, die sich in Italien aufhalten. Weiter wird dem Unternehmen die weitere Erfassung und Verarbeitung durch sein Gesichtserkennungssystem untersagt.
Illustration: Mikemacmarketing / CC BY 2.0.

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