Jetzt sind auch in St. Gallen die letzten Gemeinden im Online-Kataster vertreten

29. September 2022, 12:53
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Foto: zVg

Die Schweizer Erfolgsgeschichte mit der Einführung eines Online-Portals umfasst nun auch die gesamte Fläche des Ostschweizer Kantons. Warum es dort länger gedauert hat, erklärte uns der Kantonsgeometer.

Im Sommer 2022 habe man die Informationen der letzten Gemeinden im kantonalen Portal des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB) publiziert, teilt der Kanton St. Gallen mit. Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, sind damit im ÖREB-Portal die Daten zum ganzen Kantonsgebiet vollständig und flächendeckend verfügbar.
Vor einem Jahr, im Herbst 2021 sei das Portal mit rund 50 Gemeinden in Betrieb gegangen. Nun konnten die Arbeiten für die verbliebenen Gemeinden abgeschlossen werden und das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) habe das ÖREB-Kataster von St. Gallen definitiv abgenommen. Derzeit fokussiere man den Betrieb des Portals, die Etablierung von Nachführungsprozessen für Anpassungen und die Weiterentwicklung, hält der Kanton fest.
In der Schweiz wird schon seit gut 10 Jahren am Aufbau des ÖREB-Katasters gearbeitet. Luzern ist mit seinem ÖREB-Portal zum Beispiel schon im April 2014 online gegangen. Darum wollten wir von Kantonsgeometer Patrick Fäh wissen, warum der Ostschweizer Grosskanton erst jetzt den Komplettbetrieb seines Portals melden kann.

Datenaufbereitung war anspruchsvoll

Fäh weist zunächst auf den abgestuften Einführungsprozess hin. Demnach sind nach einem Bundesratsbeschluss von 2009 ab 2012 Pilotprojekte mit 8 Kantonen gestartet worden. Sie haben ihre ÖREB-Portale bis 2015 aufgebaut. Ab 2016 haben dann auch die übrigen Kantone begonnen und bis Ende 2019 sollte eigentlich in der ganzen Schweiz das ÖREB-Katatster verfügbar sein, wie Fäh sagt. Nur hätten sich beispielsweise im Kanton St. Gallen Verzögerungen wegen eines neuen kantonalen Geoinformationsgesetzes ergeben und auch bei der Datenaufbereitung in den Gemeinden. Ein Portal technisch aufzugleisen, so Fäh, sei noch relativ einfach, doch die dafür benötigten Daten aufzubereiten und verfügbar zu machen, sei anspruchsvoller.
Immerhin konnte das auf Bundesebene zuständige Swisstopo Ende 2021 melden, dass nun alle Kantone Zugang zum ÖREB-Kataster haben. Laut Fäh sind aktuell 93% aller Gemeinde in der Schweiz aufgeschaltet. Dass die Schweiz das geschafft hat, sei auch international ein Erfolgsgeschichte, so Fäh. Laut Swisstopo war die Schweiz ohnehin das erste Land der Welt, das solch einen Online-Zugang ermöglichte.

Um diese Inhalte geht’s

Konkret waren Ende letzten Jahres ÖREB-Informationen betreffend Raumplanung, Nationalstrassen, Eisenbahnen, Flughäfen, belastete Standorte, Wasser, Lärm, Wald sowie Versorgung und Entsorgung verfügbar. Laut Swisstopo entwickle sich das ÖREB-Kataster aber ständig weiter. So sollen bis 2023 neben neuen Funktionalitäten die 6 Themen Planungszonen, Waldreservate, Gewässerraum, Projektierungszonen Starkstromanlagen und Baulinien ausserhalb der Nutzungsplanung hinzukommen.
Das St. Galler Online-Kataster adressiert derzeit noch nicht die Themen Versorgung und Entsorgung. Hingegen stehen die Daten zu Raumplanung, Strassen, Eisenbahn, Flughafen, Kataster der belasteten Standorte, Grundwasserschutz, Lärm und Wald in dem Portal gesammelt, übersichtlich und verlässlich zur Verfügung, wie der Kanton schreibt. Die Weiterentwicklung laufe.
Profitieren würden schon jetzt Akteure wie Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Planungsbüros, Banken, Behörden oder die Verwaltung. Konkret erspare das ÖREB-Kataster Behördengänge. Die Vorteile lassen sich laut dem Kanton auch an den realen Zugriffszahlen ablesen: "Pro Monat werden etwa 10'000 PDF-Auszüge erstellt." Das seien über 300 PDF pro Tag und pro Gemeinde täglich rund 5 Auszüge. "Diese Zahlen zeigen, dass der ÖREB-Kataster intensiv genutzt wird und sich der Aufwand für die Einführung gelohnt hat", resümiert man denn auch in St. Gallen.

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