Kaio sucht viel externe IT-Power

13. Dezember 2022, 13:02
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Foto: Kaio

Das Berner Amt für Informatik braucht Unterstützung in den Gebieten IT-Sicherheit sowie ICT-Unternehmensarchitektur und investiert dafür rund 50 Millionen in externes IT-Personal.

Das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (Kaio) braucht qualifiziertes IT-Personal: Insbesondere die Fachbereiche Informations­sicher­heit und die ICT-Architektur benötigen Unterstützung, heisst es in einer Ausschreibung. Im Bereich der ICT-Security werden zudem Unternehmen gesucht, die in den Gebieten IT-Penetration-Testing, IT-Security-Awareness und Security-Audits "Spezialaufgaben" übernehmen.
Pro Los will das Kaio bis zu 6 Rahmenverträge über 3 Jahre abschliessen. Für Anbieter sei es anschliessend möglich, die Verträge einmalig um 2 Jahre zu verlängern.
Das Amt hat bereits vor 4 Jahren Rahmenverträge für die Unterstützung des Bereichs Informationssicherheit abgeschlossen, die aber nun ausgelaufen sind. Die neue Ausschreibung soll "Leistungsabrufe für die nächsten Jahre ermöglichen, wobei neue Rollen wie Themen- und Sachgebiete aufgenommen werden sollen".

"Zertifizierte Hacker" gesucht

Das Kaio sucht über die gesamte Vertragszeit pro Los Fachkräfte im Bereich der ICT-Sicherheit für rund 31'100 Stunden.
Für das zweite Los braucht es einen Anbieter, der IT-Penetrationstests durchführt und dementsprechend auch IT-Personal bereitstellt – darunter unter anderem "eine/ein zertifizierte/r Hacker/in". In den geplanten 50 Tests soll der Hacker etwa Schwachstellen identifizieren, potenzielle Fehler aufdecken und allgemein die Sicherheit auf technischer und organisatorischer Ebene erhöhen.
Das dritte Los behandelt den Bereich IT-Security-Awareness, bei dem Stellen in der Awareness-Beratung, Projektleitung, Integration und für Awareness-Kampagnen gefragt sind.
Im Los 4, Bereich der IT-Security-Audits, wird IT-Personal gesucht, das die Sicherheit und das Risiko anhand vorhandener Schwachstellen und Lücken, Prozesse oder organisatorischer Massnahmen analysiert. Um die geplanten 25 Audits durchzuführen, sucht das Berner Amt für Informatik strategische Auditoren sowie Führungskräfte auf dem Gebiet.

Grosszügige Aufstockung für ICT-Architektur

In der ICT-Unternehmensarchitektur plant das Kaio offenbar ordentliche Veränderungen. Das gesuchte Personal soll für bis zu 242'000 Personenstunden Standards und Vorgaben erarbeiten sowie langfristige Architektur-Roadmaps erstellen. Zudem sollen während der Vertragszeit Lösungsarchitekturen in den Vorhaben (Projekte, Changes) des Kaio erstellt werden.
"Die ICT-Architektin oder der ICT-Architekt plant und gestaltet ICT-Architekturen gemäss dem ICT-Dreischichtenmodell unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Umsetzbarkeit", schreibt das Kaio weiter. "Sie oder er ist zuständig für die Architektur der Grundversorgung, Konzern- und Fachapplikationen sowie die mit diesen Themen verbundenen Geschäftsfunktionen, Geschäftsobjekte und Technologien."
Insgesamt geht das Kaio von einem Bedarf von 301'900 Stunden über die möglichen 5 Jahre (inklusive Vertragsverlängerung) aus. Rechnet man mit einem Stundensatz von 150 bis 200 Franken, würde das einem maximalen Volumen von rund 45 bis 60 Millionen Franken entsprechen.
Auf Grundlage der Rahmenverträge werden Einzelverträge abgeschlossen. Sie könnten konkret definierte Arbeiten und Projekte oder ein Stundenkontingent für Unterstützungsleistungen über einen bestimmten Zeitraum umfassen. Die Anzahl angestrebter Rahmenvertragspartner stütze sich auf das Volumen der Ausschreibung und die generelle Verfügbarkeit von Fachpersonen im Bereich der IT-Sicherheit und im Umfeld der ICT- und Unternehmensarchitektur.

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