KI-Einsatz "noch in den Kinderschuhen"

14. Juni 2022, 12:55
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Das sagt Accenture aufgrund einer Studie – und Accenture hat wohl recht. Beziehungsweise die KI von Accenture.

"Weltweit steckt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) noch in den Kinderschuhen. Die Mehrheit der Unternehmen, die KI einsetzen, experimentieren in diesem Bereich noch. Lediglich 12% nutzen die Technologie mit einem KI-Reifegrad, der einen starken Wettbewerbsvorteil bringt." Dies schreibt das Beratungsunternehmen Accenture aufgrund einer in 15 Industrienationen aus der ganzen Welt durchgeführt wurde (Die Schweiz befand sich nicht darunter). Insgesamt wurden laut Accenture Daten von 1176 Unternehmen, die KI einsetzen, analysiert. Zusätzlich wurden von August bis September 2021 exakt 1615 Führungskräfte aus 16 Branchen zur Thematik befragt.
Accenture versucht den Reifegrad des KI-Einsatzes mittels eines Indexwerts anzuzeigen. Dieser soll mit einer Zahl von 0 bis 100 aussagen, wie viel besser ein Unternehmen durch den Einsatz von KI im Vergleich zu der direkten Konkurrenz abschneidet. Im genauen Wortlaut von Accenture ist der Reifegrad das "Mass, in dem Unternehmen ihre Wettbewerber mithilfe einer Kombination grundlegender und differenzierender Fähigkeiten mit KI-Bezug übertreffen. Diese Fähigkeiten umfassen sowohl die Technologie – Daten, KI, Cloud – als auch die Unternehmensstrategie, eine verantwortungsvolle Nutzung, die Unterstützung durch die Führungsebene sowie die Talententwicklung und die Unternehmenskultur."
Laut der Studie, so Accenture, liegt der durchschnittliche KI-Reifegrad von Unternehmen gegenwärtig bei einem "moderaten" Wert von 36. Die meisten Unternehmen, so schliesst Accenture, hätten also noch viele Möglichkeiten, durch den gezielten Einsatz von KI grösseren Mehrwert zu erzielen.
Die oben genannten 12% der Unternehmen, die KI bereits so nutzen, dass sie dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben, nennt Accenture "AI Achievers". Mit einem Indexwert von 64 erreichen sie laut Accenture im Schnitt 50% mehr Wachstum als ihre Konkurrenten.
Der Grossteil der Unternehmen (63%) hat einen Reifegrad von weniger als 29 und wird in der Studie "AI Experimenters" genannt. "AI Innovators" (13%) mit einem Wert von mindestens 50 und "AI Builders" (12%) mit einem Wert ab 44 seien in ihrem KI-Reifegrad zwar etwas weiter fortgeschritten, würden das Potenzial von KI aber auch noch nicht gänzlich ausschöpfen, so die Studie.

Studienergebnisse mit Machine Learning errechnet

Übrigens handelt diese Studie nicht nur von KI, sie wurde auch mit der Unterstützung von KI erstellt. Gemäss Accenture flossen die gesammelten Daten in Machine-Learning-Modelle ein. Diese hätten dann die Leistung der Unternehmen in Bezug auf eine Reihe von KI-bezogenen Fähigkeiten ermittelt. Einerseits wurden "grundlegende" Fähigkeiten, die Unternehmen benötigen, um im Bereich KI konkurrieren zu können, bewertet. Dazu kamen "Differenzierungsfähigkeiten", die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil durch KI verschaffen. Die Ergebnisse der beiden Modelle wurden im KI-Reifegrad-Index kombiniert. Eine ausführliche Beschreibung der Methodik und der Stichprobe finden Sie im Anhang des oben verlinkten Forschungsberichts.
Die Kernaussage der Accenture-Studie, dass der produktive Einsatz von KI noch in den Kinderschuhen steckt, ist keine bahnbrechend neue Erkenntnis. Nur wenige Beobachter des Gebiets dürften dies bezweifeln, auch wenn kürzlich eine Studie zur Schweiz publiziert wurde, welche die Situation in unserem Land einiges rosiger darstellt.

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