KI entlarvt Steuersünder

31. August 2022, 12:03
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Foto: Dim Hou / Unsplash

In Frankreich suchen die Steuerfahnder mithilfe von KI nach nicht registrierten Privatschwimmbädern und generieren so Mehreinnahmen für den Staat.

Im Juli hat eine Studie von PWC aufgezeigt, wie verschiedene Steuerämter bei ihrer Arbeit die Vorteile der Digitalisierung einsetzten. Ein Ergebnis der Untersuchung: Die Schweizer Behörden "hinken ihren internationalen Pendants hinterher". Besser scheint es da Frankreich zu machen. Dort wurden im Rahmen eines regional beschränkten Pilotprojekts über 20'000 nicht deklarierte Swimmingpool mithilfe von einer KI und Luftbildern entdeckt.
Damit haben sich die französischen Behörden ein zusätzliches Steuersubstrat von 10 Millionen Euro generiert. Insgesamt seien Steuernachzahlungen von rund 6 Millionen Euro sowie Grundsteuern im Umfang von etwa 4 Millionen Euro für die aktuelle Fiskalperiode aufgedeckt worden. Nach dem Erfolg soll das Verfahren nun landesweit eingesetzt werden, sagte die Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFIP) gegenüber französischen Medien. Neben den Schwimmbädern soll mit der Technik in Zukunft auch Ausschau nach nicht angemeldeten Verandas gehalten werden.
Entwickelt wurde die Technologie von der DGFIP in Zusammenarbeit mit Google und Capgemini. Gemäss 'Le Parisien' kam die Software in den Departments Alpes-Maritimes, Var, Bouches-du-Rhône, Ardèche, Rhône, Haute-Savoie, Morbihan, Maine-et-Loire und Vendée zum Einsatz. Dank der Ausweitung auf das ganze Land sollen in Zukunft jährlich rund 40 Millionen Euro an Mehreinnahmen zusammenkommen, schätzt die DGFIP.

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