Künstliche Intelligenz: Swico wünscht sich Selbstregulierung der Industrie

21. April 2023 um 10:28
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So hätte Ferdinand Hodler einen Computernutzer gemalt, glaubt Midjourney.

Der Digitalverband beklagt politische "Orientierungslosigkeit" und will auf Eigenverantwortung setzen. Die Regeln sollen auch die Politik inspirieren.

Die Schweizer Wirtschaft schaut auf eine Geschichte der Selbstregulierung zurück. "Erfolgreich und nicht nur schweizerisch", nennt sie der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Diesem gehört auch der Digitalverband Swico an, der ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Eigenverantwortung schreiben möchte. Dazu hat er Handlungsempfehlungen für die Industrie in Sachen Künstlicher Intelligenz vorgelegt.
"Transparenz statt Angst" wünscht sich Swico und stellt entsprechend die Nachvollziehbarkeit von Algorithmen ins Zentrum seines Dokuments. Dieses sei "angesichts der Hilflosigkeit der staatlichen Akteure hochrelevant", heisst es in einer Mitteilung, in der an die Eigenverantwortung der Digitalindustrie appelliert wird. Jüngst hat Italien in einer Hauruckaktion ChatGPT verboten und musste feststellen, dass das angesichts der internationalen Dimension und technischen Mitteln wie VPN nicht zielführend ist. In der EU hingegen wird ein "AI Act" ausführlich diskutiert. Das tut Not, dauert aber angesichts der rasanten Entwicklung sehr lange. Und es führt, nach Einschätzung von Swico, zu einer "hohen Dichte an Regulierung".

Die Massnahmen von Swico

Die ICT-Industrie habe aber ein Eigeninteresse daran, dass ein Vertrauen in die Digitalisierung bestehe und Misstrauen von Anwendenden minimiert werde, so der Wirtschaftsverband. Das Dokument von Swico sieht dafür mehrere Massnahmen vor. Firmen müssten zuerst die Zielgruppe adressieren, also wer überhaupt über Algorithmen informiert werden soll. Im Rekrutierungsprozess wären das etwa die HR-Verantwortlichen, aber auch die Kandidaten. Diesen soll jeweils offengelegt werden, wenn KI-Anwendungen zum Einsatz kommen. Zudem soll deren Funktionsweise erklärt werden.
Letzteres ist bei KI-Systemen schwierig: Für die Resultate, die ein maschinell trainiertes Modell ausspuckt, ist der Lösungsweg oft nicht mehr erkennbar. Dann sei aber zumindest eine Deklaration der Datengrundlage Bestandteil der Transparenz, heisst es von Swico. Schliesslich brauche es eine Korrekturmöglichkeit, wenn das System zu einem falschen oder diskriminierenden Ergebnis kommt. Das Vorgehen der Firmen müsse an ethischen Grundsätzen orientiert sein.
Die Regeln (PDF) zu KI sollen aber nur einen Wegpunkt markieren, räumt Swico ein und hält fest: "Das wäre ein elementarer Schritt in Richtung verantwortungsvolle Digitalisierung und gäbe darüber hinaus der Politik Anhaltspunkte für eine zielführende Regulierung."

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