Logistiker Expeditors kämpft mit Folgen eines Cyberangriffs

23. Februar 2022, 14:21
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Foto: Expeditors

Eine "gezielte Cyber-Attacke" hat zahlreiche IT-Systeme der global tätigen US-Logistikfirma lahmgelegt.

"Expeditors hat derzeit einen weltweiten Systemausfall aufgrund eines gezielten Cyberangriffs zu bewältigen", meldete das Unternehmen am 20. Februar. Das Logistikunternehmen aus Seattle beschäftigt rund 18'000 Mitarbeitende an Standorten weltweit – darunter einer in Kloten.
Auch aktuell, 3 Tage nach der ersten Meldung, wird auf der Website von Expeditors auf globale Systemausfälle verwiesen. Man sei derzeit nur "eingeschränkt" in der Lage, die Geschäftstätigkeiten auszuüben, so das Unternehmen. Dazu gehöre auch die Organisation von Frachtsendungen und der Verwaltung von Zoll- und Vertriebsaktivitäten.
Das Unternehmen gibt nicht bekannt, um welche Art von Angriff es sich genau handelt. Man arbeite mit Partnern sowie Security-Spezialisten zusammen, um die Probleme zu lösen. In einer Meldung an die US-Börsenaufsicht zum zweiten Quartal warnt Expeditors, dass der Cyberangriff erhebliche "negative Folgen für unser Geschäft, unseren Umsatz, unser Betriebsergebnis und unseren Ruf haben" könnte. Eine Schätzung, wann der ordentliche Betrieb wieder aufgenommen werden kann, nennt das Unternehmen darin aber nicht.
Logistikunternehmen gehören zu beliebten Zielen von Cyberkriminellen. Zuletzt meldete etwa Swissport einen Angriff auf seine IT-Systeme. Ein weiterer zielte auf einen deutschen Kraftstoff-Zulieferer. Das deutsche BSI erklärte, dass die Ransomware-Gruppe Blackcat hinter dem Vorfall steckte, von dem Tankstellen in ganz Deutschland betroffen waren. Auch beim Angriff auf Swissport wird Blackcat als Akteur vermutet.
Vom 'Wall Street Journal' zitierte Analysten zeigen sich besorgt über Angriffe auf Unternehmen der Lieferkette. Insbesondere, weil die globale Logistik aufgrund der Auswirkungen der Covid-Pandemie bereits belastet ist.

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