Logobject sichert sich Armee-Grossauftrag

1. Juli 2022, 14:04
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Foto: VBS

Für um die 40 Millionen Franken will das VBS für seine unterschiedlichen Alarmsysteme eine Gesamtlösung beschaffen und die bisherigen Systeme integrieren.

Der vorliegende Auftrag umfasst die Konzeption, Realisierung, Einführung und den Applikationsbetrieb des Alarmleitsystems Verteidigung (ALS V) und des Führungsunterstützungs- und Einsatzleitsystem Militärpolizei (FUELS MP), heisst es in einem Zuschlag auf der Plattform Simap. Auf die Ausschreibung waren 2 Offerten zu knapp 36,5 Millionen Franken und rund 47,3 Millionen Franken eingegangen. Zum Zuge gekommen ist Logobject als Generalunternehmen. Ob für die Vergabe die hohe Preisdifferenz ausschlaggebend war, kann nur vermutet werden. Die für Beschaffungen zuständige Stelle der Schweizer Armee verweist lediglich darauf, dass Logobject bei der Bewertung aller Zuschlagskriterien am besten abgeschnitten habe.
Konkret geht es laut Leistungsbeschrieb bei dem ALS-V- und FUELS-MP-Projekt darum, die vorhandenen unabhängigen Insellösungen abzulösen. Diese werden derzeit von der Alarmzentrale VBS, der Militärpolizei, den Kampfmittelbeseitigern und Minenräumern (KAMIR) sowie der Betriebsfeuerwehr der Gruppe Verteidigung (B+F) genutzt und betrieben. Dahinter stehen derzeit noch Einzellösungen für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb unterschiedlicher Anwendungen. Zum Beispiel Lift-, Brand- und Einbruchalarm, Störungsmeldung bei "Kleintier im System" oder die Militärpolizeieinsatzplanung inklusive Erledigung von Notrufen, Ereignissen, Alarmen, Auskünften und Datenabfragen sowie der Betrieb der nationalen Blindgängermeldezentrale und die Alarmierung der Betriebsfeuerwehren.

Darum geht es

Insgesamt arbeiten nur schon die Alarmzentrale VBS und die Einsatzzentrale der Militärpolizei mit 21 verschiedenen IT-Systemen, Geräten und Portalen, die zudem sehr unterschiedlich genutzt werden, heisst es im Beschrieb der Auftragsleistungen. Es verwundert daher nicht, dass man mit der jetzt anvisierten Gesamtlösung anstrebt, sie "gemeinsam von diversen Stakeholdern" innerhalb der Armee zu nutzen. Offen ist, ob das gelingen kann, denn die Anforderungen sind hoch.
Es könne ein modularer Systemaufbau zweckmässig sein, heisst es beispielsweise in dem Beschrieb, weil nicht alle die gleichen Funktionalitäten benötigten. Das soll "verschiedene Konfigurationen auf derselben Basis für verschiedene Stakeholder" erlauben. Wesentlich sei ein durchgängiges Arbeiten ohne Medienbrüche. So sollen im ALS-V-Bereich unter anderem kompatible, vernetzte Systeme für den Datenaustausch mit standardisierten Formaten zum Einsatz kommen. Auch sollen mit ihnen gleichzeitig und synchron mehrere Mitarbeitende an redundanten Standorten arbeiten können. Zudem soll, um noch einige Anforderungen zu nennen, eine zentrale, automatische Journalführung möglich werden, ein Redundanzstandort jederzeit synchron und einsatzbereit sein und vieles mehr.
Kaum anders sieht es im Bereich FUELS MP aus. Auch da besteht eine lange Anforderungsliste. Als wesentliche Funktionen werden etwa "die Sicherstellung der Führungsfähigkeit sämtlicher Militärpolizei-Einsatzelemente ab einem Standort" genannt. Das erfordere ein dreisprachiges digitalisiertes System, das "im gesamten Einsatzraum identisch benutzt werden kann und den Betrieb von kritischen Systemen auch bei Ausfällen sicherstellt". Darüber hinaus werden weiter die integrierte Personal- und Einsatzplanung genannt, um "manuelle Schnittstellen" zu reduzieren. Ausserden wird die Möglichkeit des mobilen Arbeitens eingefordert sowie eine jeweils aktuelle Lagedarstellung inklusive derjenigen von Auslandseinsätze.
Der Logobject-Auftrag "umfasst die Konzeption, Realisierung, Einführung und den Applikationsbetrieb des ALS V und FUELS MP sowie optional von KAMIR und B+F". Zu übernehmen sind dabei die interne Projektleitung plus die Umsetzung. Das VBS unterstütze das Projekt "durch die Übernahme koordinativer Aufgaben und die Einbringung von technischen Anforderungen beziehungsweise der Klärung von technischen Fragen", heisst es im Leistungsbeschrieb weiter. Gestartet werden soll laut Ausschreibung noch in diesem Sommer.

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