Lohnangebote für Entwickler in der Schweiz um 5% gestiegen

23. August 2022, 12:49
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Foto: Hamed Taha / Unsplash

Gemäss einer Studie von Honeypot bevorzugen die Schweizer Unternehmen zudem weiterhin Kandidaten und Kandidatinnen mit deutscher Muttersprache.

Angesichts des viel beschworenen Fachkräftemangels in der ICT-Branche ist es eigentlich eine logische Entwicklung, dass Unternehmen bei der Personalsuche höhere Löhne anbieten müssen als früher. Laut einer Studie der europäischen Tech-Jobplattform Honeypot sind die Löhne, die Schweizer Unternehmen Entwicklern anbieten, von 2021 bis 2022 um etwas über 5% gestiegen, von knapp 92'000 Franken auf knapp 97'000 Franken.
Die Datenquelle für diese Honeypot-Zahlen sind die Gehälter, die von den einstellenden Schweizer Unternehmen bei Interview-Einladungen an Kandidaten und Kandidatinnen auf der Honeypot-Plattform angegeben wurden.
Gemäss weiteren Zahlen aus dieser Studie wird Frontend Developern gegenwärtig mit 102'000 Franken das höchste Gehalt angeboten. Backend Developer liegen mit 97'000 Franken genau im Gesamtschnitt, während Fullstack Developer mit 80'500 Franken deutlich unter dem Schnitt liegen.

Mehr Java, weniger Javascript

Honeypot weist auch auf Unterschiede in den Rekrutierungsgewohnheiten zwischen der Schweiz und anderen Ländern hin. So würden beispielsweise in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland, Österreich oder den Niederlanden, wo Javascript auf Platz 1 der meistgefragten Technologie-Skills steht, am ehesten Java-Kenntnisse verlangt. Auch React und Node liegen laut Honeypot noch vor Javascript.

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Grafik: Honeypot

"JavaScript ist die wohl am häufigsten verwendete Sprache und vor allem beliebt für das Frontend. Java dagegen wird im Backend eingesetzt, kommt vor allem in grossen Unternehmen und Corporate Strukturen mit Legacy-Systemen zum Einsatz. Die unterschiedliche Nachfrage spiegelt damit auch das Verhältnis von Startups und grossen, alteingesessenen Unternehmen in der Schweiz wider, welches weit weniger von jungen Unternehmen geprägt ist, als in anderen europäischen Ländern,” sagt dazu Manuel Grgeta, Honeypot Country Manager Schweiz.

"Offen" gegenüber Nicht-deutschsprachigen Kandidaten – im Prinzip

Laut einer früheren Studie von Honeypot vom September 2021 werden Unternehmen langsam aber stetig offener für nicht-deutschsprachige Talente. 52% seien "offen" für solche Kandidatinnen.
Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Studie zeigt aber in der Realität ein anderes Bild. In der Schweiz werden demnach deutlich öfter als in Deutschland und Österreich Entwickler mit Deutsch als Muttersprache tatsächlich zu Jobinterviews eingeladen. Auch in Österreich und Deutschland sehe man, dass Unternehmen am häufigsten lokale, deutschsprachige Talente einladen. Dort liege der Anteil aber um die 40%, in der Schweiz bei über 70%.

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Country Manager Grgeta glaubt, dass dieses Verhalten nicht gerade weise ist. "Dabei erleben Schweizer Unternehmen oft ein böses Erwachen. Der Pool an lokalen Talenten ist schlichtweg extrem begrenzt. Die Suche nach solchen Talenten ist mindestens herausfordernd bis zeitweilig aussichtslos. Unternehmen sind daher auch auf europäische und internationale Tech-Talente angewiesen – ohne sie gibt es keinen Weg um den IT-Fachkräftemangel,” so Manuel Grgeta

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