Luzern: KI füllt Steuererklärung aus

9. Mai 2022, 10:03
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Foto: Kelly Sikkema / Unsplash

Die Beta-Version der Software soll Zahlen aus Lohnausweisen, Bankbelegen und Krankenkassenabrechnungen automatisch erkennen und entsprechend übertragen.

Im Kanton Luzern bietet das Startup Streamline Data seit diesem Jahr eine KI-Software an, die ver­schiedene Dokumente wie Lohn­aus­weise, Konto­aus­züge oder Versicherungs­abrechnung erkennt und die Daten automatisch in die Steuererklärung überträgt. Dadurch soll das "lästige Abschreiben" der einzelnen Positionen entfallen und Zeit beim Ausfüllen der Steuererklärung gespart werden, schreibt das Unternehmen auf seiner Website.
"Schon wer mehr als ein Bankkonto besitzt, spart mit unserer Software Zeit. Und mit steigender Userzahl erhöht sich die Genauigkeit der Datenerkennung und damit die Zeitersparnis.", sagte Walter Fasler, Mitgründer des Unter­nehmens gegenüber 'bote.ch' (Paywall). Insgesamt werde die Beta-Version der Browser-Applikation, die momentan nur im Kanton Luzern einsetzbar ist, bereits von rund 150 Personen genutzt, sagte er.
Man bewege sich allerdings in einem "schwierigen Marktumfeld", bemerkte Fasler weiter und kritisierte damit auch die Beschaffungspraxis des Kantons Luzern im Bereich der Steuersoftware. Diese führte unter anderem zu einer Untersuchung durch die Weko, die darin mündete, dass der Kanton bis Ende 2026 sämtliche Beschaffungen rund um die elektronische Steuererklärung an die Aufsichtsbehörde melden muss.
Dem Unternehmen bleibe so vorerst nichts anderes übrig, als das Produkt auf eigene Faust weiterzuentwickeln, schreibt das Innerschweizer Nachrichten­portal. Künftig könnte das Programm allenfalls auch als Bezahlservice ange­boten werde, so Fasler weiter. Damit der Durchbruch allerdings gelingen kann, ist er auch auf den Goodwill der Behörden angewiesen, ohne deren Unter­stützung eine Anbindung des Programms an die kantonalen Steuerämter nicht möglich ist.
Personen, die im Kanton Luzern steuerpflichtig sind, können über 'onetax.ch' ihre Belege scannen und direkt in die Steuererklärung übertragen. Gemäss der Homepage sollen im Laufe des Jahres 2022 noch weitere Kantone hinzukommen.

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