Machen xAI und Oracle bei KI gemeinsame Sache?

15. Mai 2024 um 10:23
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Foto: xAI

Gerüchten zufolge will das KI-Startup von Elon Musk GPU-Server bei Oracle mieten. Dafür sollen 10 Milliarden Dollar fliessen.

Gemäss einem Bericht von 'The Information' führt Elon Musks KI-Startup xAI derzeit Verhandlungen mit Oracle. So sagte eine Person, die an den Gesprächen beteiligt war, gegenüber der Zeitung, dass xAI über einen Zeitraum von mehreren Jahren Cloud-Server von Oracle mieten möchte. Der Deal könnte bis zu 10 Milliarden Dollar schwer werden und würde xAI zu einem der grössten Kunden von Oracle machen.
Durch die Partnerschaft will xAI zu seinen Konkurrenten aufschliessen. Diese geben bereits seit einiger Zeit Milliarden von Dollar für spezialisierte Server aus, die sie für das Training und den Betrieb von generativer KI benötigen. So gibt es ähnliche Vereinbarungen beispielsweise zwischen Microsoft und OpenAI sowie zwischen Amazon und Anthropic.
Das vorgeschlagene 10-Milliarden-Dollar-Geschäft wäre von der Grösse her vergleichbar mit diesen. Derzeit arbeitet xAI am Abschluss einer Finan­zie­rungs­runde in der Höhe von 6 Milliarden Dollar, um die anstehenden Cloud-Kosten decken zu können. Dabei ist laut 'The Information' aber nicht klar, ob Oracle selbst auch in xAI investieren wird.
Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen und es gibt keine Garantie, dass die beiden Unternehmen einen Vertrag unterzeichnen werden. Weder Musk noch Vertreter von Oracle und xAI haben auf eine Bitte um Stellungnahme der Zeitung reagiert.

Viel Rechenleistung nötig

Bereits zuvor sagte Musk, dass das Unternehmen einen grossen Teil seines Kapitals für die Miete von Rechenleistung ausgeben will, um das Modell hinter Grok zu verbessern. Sollte das System noch leistungsfähiger werden, könnte xAI sogar noch mehr Geld benötigen. Letzten Monat sagte Musk in einem Live-Audio-Chat auf X, dass xAI 100'000 Nvidia H100 GPUs benötige, um "Grok 3.0" zu trainieren.
Das Modell "Grok 2.0" wird derzeit auf etwa 20'000 H100-Chips trainiert. Durch die Finanzierung sollen bis Ende 2025 Kapazitäten von bis zu 100'000 GPUs erreicht werden. Nvidia nennt zwar keine Preise für seine Chips, ein Analyst erklärte aber, dass die Miete von 100'000 H100-Chips rund 1,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten könnte. Die kommende Chipgeneration von Nvidia könnte sogar nochmal deutlich teurer sein als sein Vorgänger, sagte er.

Chips für Nachzügler

Oracle ist vor allem attraktiv für KI-Startups, die in der Anfangszeit Schwierigkeiten mit der Beschaffung von KI-Chips hatten. Während der letzten Telefonkonferenz von Oracle mit Investoren im März sagte Mitbegründer Larry Ellison, dass sich 40 Unternehmen dazu verpflichtet hätten, mehr als 1 Milliarde Dollar für den Zugang zu GPU-Servern auf der Oracle Cloud auszugeben. Dennoch sind die GPU-Kapazitäten von Oracle im Vergleich zur Konkurrenz relativ gering.
Im Gegensatz zu AWS und Microsoft arbeitet Oracle nicht mit OpenAI oder Anthropic zusammen, was das Unternehmen für Musk als Partner attraktiver machen könnte. Musk ist auch ein langjähriger Freund von Ellison. Dieser war früher auch Vorstandsmitglied von Tesla und hat Musk bei der Übernahme von Twitter (heute X) finanziell unterstützt.

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