Magdeburg wird Intel-Standort – der Konzern will Milliarden investieren

16. März 2022, 11:48
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So soll die Fabrik in Magdeburg aussehen. Visualisierung: Intel

Intel bestätigt, dass in Magdeburg mehrere neue Chip-Fabriken gebaut werden sollen. Auch in weitere Projekte in Europa soll Geld fliessen.

Die ostdeutsche Stadt Magdeburg erhält den Zuschlag für eine grosse Chipfabrik des US-Konzerns Intel. Insgesamt will Intel in Europa in den nächsten Jahren rund 80 Milliarden Euro investieren, um an mehreren Standorten ein "hochmodernes Halbleiter-Ökosystem der nächsten Generation" entstehen zu lassen.
Der grösste Profiteur ist Magdeburg. "In der ersten Phase planen wir Investitionen in Höhe von 17 Milliarden Euro für die Errichtung von zwei brandneuen, einzigartigen Halbleiterfabriken in Magdeburg", sagte Intel-Chef Pat Gelsinger in einem Videostream. Für die kommenden Jahre sind dort bis zu sechs weitere Fabriken geplant. Ausserdem will das US-Unternehmen in weitere Projekte etwa in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Design in Europa investieren.
Spätestens im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten in Magdeburg beginnen. 2027 soll die Produktion starten. Das neu geschaffene Industriegebiet umfasst 450 Hektar – das entspricht der Fläche von rund 620 Fussballfeldern. Laut Intel könnten etwa 3000 Hightech-Arbeitsplätze sowie Zehntausende zusätzliche Stellen bei Zulieferern entstehen. In Magdeburg will das Unternehmen Prozessoren und Grafikchips herstellen, die unter der eigenen Marke verkauft werden.

Finanzielle Hilfe von Deutschland

Der Bund will die Ansiedlung finanziell unterstützen. Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP möchten Deutschland zu einem globalen Standort der Halbleiterindustrie machen. Die erste Produktionsstätte ihrer Art in der EU werde dazu beitragen, die globalen Siliziumkapazitäten wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine widerstandsfähigere Lieferkette zu schaffen, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in einer Videobotschaft, Ziel sei es, bis 2030 ein Fünftel der weltweiten Mikrochip-Produktion in Europa zu haben. In den Investitionen sieht sie einen ersten grossen Erfolg, Europa zu einem führenden Standort in der Halbleiterproduktion zu machen.

Intel muss aufrüsten

Der einst unangefochtene Chipgigant Intel war die vergangenen Jahre stark unter Druck geraten. So ist der ehemalige Grosskunde Apple auf eigene Chip-Entwicklungen umgestiegen und lässt seine Chips vom Auftragshersteller TSMC produzieren. Vom taiwanischen Konzern beziehen auch Intels wichtigste Konkurrenten ihre Chips, allen voran AMD und Nvidia.
Ausserdem hat Intel in den vergangenen Jahren weitgehend das Smartphone-Geschäft verpasst. Hier dominiert die Technik des britischen Chip-Designers Arm, die von Apple und fast allen Herstellern von Android-Smartphones verwendet wird. Gelsinger versucht den weltgrössten Chiphersteller nun durch ein enormes Investitionsprogramm auf Kurs zu bringen.

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