Medusa sammelt Wasserproben im Zürichsee

14. Juni 2022, 11:52
  • innovation
  • empa
  • f&e
  • robotik
  • Wissenschaft
  • schweiz
image
Die Medusa-Drohne vor dem Testflug. Foto: Empa

Drohnen sollen zukünftig auch in schwer zugänglichen Gewässern die Wasserqualität untersuchen können. So könnten Gefahren früher erkannt werden.

Forschende des Imperial College in London und der Empa haben gemeinsam eine Drohne entwickelt, die auf einem Gewässer landen und Wasserproben entnehmen kann. Das Fluggerät mit dem Namen Multi-Environment Dual Robot for Underwater Sample Acquisition – oder auch kurz Medusa – soll in Zukunft Ökosysteme überwachen können, die für Menschen nur schwer zugänglich sind.
Wie die Empa mitteilte, glückte ein erster Test der Drohne auf dem Zürichsee: Die Roboterkonstruktion habe erfolgreich Wasser entnommen und dieses auf Anzeichen von Mikroorganismen und Algenblüten untersucht, die eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen können. In Zukunft könnten so auch Klimaindikatoren wie Temperaturveränderungen überwacht werden, schreibt die Empa in einer Mitteilung.

Vielfältig einsetzbar

"Medusa ist einzigartig in ihrer dualen Roboterkonstruktion. Eine Flugkomponente ermöglicht es, schwer zugängliche Bereiche zu erreichen. Parallel überwacht eine Tauchkomponente die Wasserqualität", wird Mirko Kovac, Robotikforscher an der Empa und dem Imperial College London zitiert. Sie könne Aufgaben übernehmen, für die sonst Boote oder U-Boote erforderlich wären.
An Bord der Drohne befindet sich eine Unterwasserkapsel. Während die Drohne nach der Landung auf dem Wasser gleitet, wird der Behälter bis zu 10 Meter in die Tiefe herabgelassen. Dort sammelt das Gerät, bestückt mit Kamera und Sensoren, Daten und entnimmt Proben. Zurück an Land können diese dann analysiert werden.
Medusa kann der Empa zufolge grosse Entfernungen zurücklegen, Hindernisse überfliegen, Nutzlasten tragen und durch schwieriges Gelände manövrieren. So hoffen die Forschenden, dass die Drohne einst die Umweltüberwachung in schwer zugänglichen Regionen ermöglichen wird, etwa im Arktischen Ozean. Einsetzen liesse sie sich demnach auch, um Unterwasserpipelines und Off-Shore-Windkraftanlagen zu überwachen und zu warten.
Video zum Testflug am Zürichsee

Loading

Mehr zum Thema

image

Gartner zur Zukunft: NFTs und Metaverse sind ungewiss, bieten aber viel Potential

Die Marktforscher haben den neusten "Hype Cycle" publiziert, spannend finden sie vor allem Technologien im frühen Entwicklungsstadium. Ausgang der Experimente: strittig.

publiziert am 12.8.2022
image

Schweizer "Camper-Airbnb" startet nächste Finanzierungsrunde

Für den weiteren Ausbau will der Luzerner App-Anbieter Parkn'Sleep bis Ende dieses Jahres 2,6 Millionen Franken einnehmen.

publiziert am 12.8.2022
image

Report: Githubs KI-Tool Copilot macht Code unsicherer

Das einst gross angekündigte Tool von Github schreibe eine Menge Lücken in Software, erklären Forscher aus den USA. Sie haben ihre Befunde an der Black-Hat-Konferenz präsentiert.

publiziert am 12.8.2022
image

St.Galler Startup startet Pilotprojekt für E-Rezept

Die Initiative kommt vom Startup Onlinedoctor, das eine Plattform für Teledermatologie anbietet.

publiziert am 11.8.2022