Mehr Privatsphäre für Android-User, aber frühestens in 2 Jahren

17. Februar 2022 um 08:50
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Foto: Matthew Henry / Unsplash

Nach Apple zieht nun Google nach: Der Konzern will die Privatsphäre von Android-Usern besser schützen, kritisiert aber gleichzeitig den Konkurrenten und hält noch 2 Jahre an der bisherigen Praxis fest.

Google tut es Apple gleich und will Massnahmen für den stärkeren Schutz der Privatsphäre von Android-Usern ergreifen. Dies kündigte der Konzern in einem aktuellen Blogpost an. Die sogenannte "Privacy Sandbox" soll es ermöglichen, "datenschutzfreundliche Werbelösungen einzuführen."
Die Basis für das bisherige Geschäft mit Onlinewerbung auf Smartphones war eine Identifikationsnummer, mit deren Hilfe die Anzeigenbranche Informationen über Interessen von Nutzerinnen und Nutzern sammeln und für sie personalisierte Anzeigen ausspielen konnte.
Im vergangenen Jahr versetzte Apple dem Modell einen schweren Schlag: App-Anbieter müssen iPhone-Nutzer seitdem ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn sie ihr Verhalten über verschiedene Apps und Dienste hinweg nachverfolgen wollen. Zahlreiche Menschen lehnen dies ab. Unter anderem der Facebook-Konzern Meta bekam das zu spüren und schätzte jüngst, dass die neuen Apple-Regeln in diesem Jahr den Umsatz um zehn Milliarden Dollar drücken könnten.

Bisherige Praxis gilt noch 2 Jahre lang

Google will nun also das Teilen von Nutzerinformationen mit Dritten – also etwa mit Datenhändlern der Werbeindustrie – einschränken. Auch wolle man Lösungen finden, die ohne die bisherige Werbe-ID für die Datensammlung quer durch verschiedene Apps auskommen.
Zugleich distanzierte sich Google jedoch – ohne Apple beim Namen zu nennen – von der Vorgehensweise des iPhone-Konzerns. Andere Plattformen hätten bisherige Mechanismen eingeschränkt, hiess es in der Mitteilung. Das sei ohne Alternativlösung ineffizient und schlecht für den Schutz der Privatsphäre und das Geschäft der App-Entwickler. Google wolle stattdessen die heutigen Funktionen noch mindestens zwei Jahre unterstützen, während an neuen Lösungen gearbeitet werde.
Es ist nicht Google erste Initiative zum Schutz der Privatsphäre. Beim Chrome-Browser läuft das Projekt "Privacy Sandbox", durch das Cookies von Drittanbietern verbannt werden sollen, schon länger. Aber auch dort hat Google noch nichts Konkretes umgesetzt und hat seine Pläne ins Jahr 2023 hinausgeschoben. Und nun dasselbe bei Android: Das Geld der Werbetreibenden wird auch dort noch mindestens zwei Jahre in Googles Kassen fliessen.

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