Meinung: Apples Eigentor; aber immerhin kein spielentscheidendes

28. März 2022, 13:09
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Ein Spitzenspieler mit Schlendrian: Apples neues iPad Air überzeugt mit Kraft und Ausdauer, aber kurz vor Schluss passiert doch noch ein Eigentor.

Im Fussball ist es ein Glücksfall, wenn sich für ein überschaubares Budget ein neuer, junger und entwicklungsfähiger Spieler findet, der sich nicht nur schnell in der eigenen Mannschaft zurechtfindet, sondern auch noch Leistung bringt, ausdauernd ist und ab und zu ein Tor schiesst.
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Apples iPad Air gibts in 5 Farben. Der abgebildete Stift kostet 130 Franken extra.
Nun, genau so ein Spieler ist eigentlich auch das neue iPad Air. Das Tablet der fünften Generation kommt erstmals mit Apples hauseigenem M1-Chip, der auch in Macbooks, iMacs oder im iPad Pro zum Einsatz kommt. Damit gibts nicht nur Leistung, sondern dank des optimalen Zusammenspiels aus Hard- und Software auch eine Akkulaufzeit von mindestens einem Tag. Und wer schon Apple-Geräte besitzt, kann den Neuzuzug auch problemlos in seinen Gerätepark integrieren.
Einer für die Zukunft
Anwendungen, die wirklich vom neuen Chip profitieren, gibts abgesehen von Videoschnitt noch keine. Dasselbe gilt für die optional erhältliche 5G-Technologie, für die zusätzliche 170 Franken fällig werden: Auch diese ist eigentlich noch nicht nötig, da fürs Surfen unterwegs heute 4G eigentlich noch völlig ausreichend ist. Aber das iPad Air ist dank der Ausrüstung zukunftssicher – vielleicht nicht für alles, aber für vieles, was kommt. Was heute schon praktisch ist, ist die neue Webcam, die einen bei Videocalls automatisch ins beste Licht rückt.
Ist das iPad Air also ein Glücksfall, wie ein junger, entwicklungsfähiger Spieler für den FC Winterthur? Nun, zumindest am Budget liegt es nicht: Das Tablet gibts ab fairen 650 Franken zu kaufen. Allerdings erhalten Käuferinnen und Käufer für diesen Preis lediglich 64 GB Speicherplatz – ein unnötiges Eigentor. Weil der "Zwischenschritt" von 128 GB gar nicht angeboten wird, muss man zwangsläufig zu 256 GB greifen, wofür 820 Franken fällig sind. Für praktisch das gleiche Budget (880 Franken) gibts schon das iPad Pro, zwar mit 128 GB Speicher, dafür aber mit besserem Bildschirm und Gesichtserkennung.
Fazit: Speicher kann ein Dealbreaker sein
Es ist für mich unverständlich, weshalb Apple sein iPad Air letztlich durch den angebotenen Speicherplatz (absichtlich?) so unattraktiv macht. Dieses Angebot ist ohne Zweifel ein Eigentor. Denn abgesehen davon, ist es genau das richtige Tablet, das sich sowohl für den Job wie auch die Freizeit richtig gut eignet.
Eigentlich ist das Gerät dank M1-Chip und 5G fit für die Zukunft, wäre da nicht der Knackpunkt Speicherplatz: Denn der schnellste Rechner nützt nichts, wenn sich nichts mehr darauf abspeichern lässt. Weil man glücklicherweise vieles in die Cloud auslagern kann, ist das Eigentor kein spielentscheidendes. Ob das Speicherangebot aber dennoch ein Dealbreaker ist, müssen letzten Endes alle Interessentinnen und Interessenten selbst entscheiden.

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