Meta darf VR-Spezialisten doch nicht kaufen

28. Juli 2022, 07:47
image
Foto: Jeshoots / Unsplash

Die US-Kartellwächter schieben der geplanten Akquise von Within durch das Facebook-Mutterhaus einen Riegel. Gleichzeitig vermeldet der Konzern erstmals einen Umsatzrückgang.

Die amerikanischen Wettbewerbshüter nehmen erstmals die starke Marktposition des Facebook-Konzerns Meta im Geschäft mit VR ins Visier. Die Federal Trade Commission zog vor Gericht, um den Kauf der Firma Within zu verbieten. Meta wollte Ende letzten Jahres die Entwickler von Supernatural, einer Fitness-App, die mit einer VR-Brille funktioniert, zu einem Kaufpreis von über 500 Millionen Dollar übernehmen.

FTC befürchtet, dass Meta das Metaverse kontrolliert

Die Übernahme könne zu weniger Wettbewerb und potenziell höheren Preisen führen, heisst es in der Klage der FTC. "Und Meta wäre einen Schritt näher am ultimativen Ziel, das gesamte Metaverse zu besitzen."
Meta gehört bereits die ebenfalls auf Bewegung ausgelegte VR-App "Beat Saber". Der Konzern kaufte in den vergangenen Jahren mehrere VR-Spezialisten.
Meta konterte, die FTC-Klage stütze sich auf "Ideologie und Spekulationen" statt auf Fakten. Der Vorwurf, dass die Übernahme wettbewerbsfeindlich wäre, sei "unglaubwürdig", hiess es in einem Blogeintrag. Unter anderem seien "Beat Saber" und "Supernatural" grundlegend unterschiedlich, argumentierte Meta.

Erster Umsatzrückgang der Geschichte

Praktisch gleichzeitig musste Meta den ersten Umsatzrückgang der Firmengeschichte vermelden. Der Meta-Umsatz sank im 2. Quartal im Jahresvergleich um rund 1% auf 28,8 Milliarden Dollar. Unterm Strich schrumpfte der Gewinn um 27% auf knapp 6,7 Milliarden Dollar.
Auch für die nächsten Monate rechnet Meta nicht mit einer Besserung. Für den schlechteren Geschäftsgang macht das Unternehmen Konjunkturängste verantwortlich.
Die Entwicklung kommt dem Ende einer Ära gleich: Seit dem Börsengang 2012 ging es nur rasant aufwärts. Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg sagte, das Unternehmen wolle sich auf eine langfristige Sicht fokussieren.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Softwareone erhält an einem Tag 2 Freihänder für fast 14 Millionen Franken

Der Stanser IT-Dienstleister ist bei Swissgrid Reseller für Standardsoftware und kann fürs Stadtzürcher OIZ die Lizenzen für die Microsoft-EDR-Lösung liefern. Dafür kassiert Softwareone Millionen.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022