Nach Homeoffice braucht es neue Anreize fürs Büro

17. März 2022, 09:39
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Die letzten zwei Jahre haben die Arbeitswelt nachhaltig geprägt. Führungskräfte sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, zeigt eine Microsoft-Befragung.

Nach rund zwei Jahren Homeoffice und ortsunabhängigem Arbeiten gibt es eine Reihe von neuen Herausforderungen für Führungskräfte. Dies geht aus Microsofts "Work Trend Index" hervor, für den auch Personen in der Schweiz befragt wurden.
Viele Arbeitnehmende wollen demnach nicht mehr ganz auf die Flexibilität von Remote Work und Homeoffice verzichten. Dies trifft sich aber nicht ganz mit den Erwartungen der Unternehmen. Ein gutes Drittel der Führungskräfte gab an, dass ihre Firma bereits eine hundertprozentige Präsenz vor Ort verlangt oder dies plant.
Obwohl 81% der Angestellten sagen, dass sie genauso produktiv oder produktiver seien, seit sie remote oder hybrid arbeiten, befürchtet mehr als die Hälfte der Führungskräfte, dass sich die Produktivität seit der Umstellung verschlechtert habe.

Es muss sich für die Angestellten lohnen, ins Büro zu kommen

Die Erwartungen der Angestellten sollten nicht ignoriert werden, bilanzieren die Studienautoren. Denn 37% der Angestellten erklärten, einen Wechsel zu hybrider oder ortsunabhängiger Arbeit in Betracht zu ziehen. Die Befragung zeigt ausserdem, dass mehr als die Hälfte der Generation Z und der Millennials im laufenden Jahr einen Arbeitgeberwechsel erwägen – das sind 9 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Manager müssten also dafür sorgen, dass sich für ihre Angestellten "der Weg ins Büro lohnt", wie es weiter heisst. Es brauche Standards für das flexible Arbeiten, die ein Gleichgewicht zwischen den Geschäftsergebnissen und den Erwartungen der Mitarbeitenden herstelle, bilanziert Microsoft.
Unternehmen, die es nicht schaffen, die Rolle des Büros neu zu definieren, würden Gefahr laufen, die Vorteile der hybriden Arbeit zu verpassen, so ein weiteres Fazit der Autoren.
Gemäss der Befragung haben bislang aber weniger als 30% der Führungskräfte in der Schweiz Vereinbarungen für hybride Arbeit erstellt, um festzulegen, warum und wann Teammitglieder vor Ort sein sollen. Dies stelle auch eine Herausforderung für die Angestellten dar. Gut 30% gaben an, dass ihnen nicht immer klar sei, wann und warum sie ins Büro kommen sollen.

Der Aufbau von Beziehung ist nicht trivial

Teamverantwortliche müssten somit den Zweck der persönlichen Zusammenarbeit bestimmen und klar vereinbaren, wann man sich persönlich trifft. Dabei dürften Führungskräfte nicht vergessen, auch hybride und mobile Mitarbeitende in das Gefüge des Unternehmens einzubinden. Dies sei keine triviale Aufgabe, so Microsoft.
Entsprechend gab auch die Hälfte der Führungskräfte in der Schweiz an, dass der Aufbau von Beziehungen die grösste Herausforderung bei hybrider und dezentraler Arbeit sei. Auch den Angestellten fehlen zu Homeoffice-Zeiten die persönlichen Beziehungen im Team: 53% der hybriden Arbeitnehmenden fühlen sich bei der Arbeit einsamer als vor der Umstellung und fast ebenso viele berichten von weniger Freundschaften am Arbeitsplatz.
Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von 31'000 Personen in 31 Ländern, darunter 1000 aus der Schweiz.

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