Nackenmassage und Parkplatz: Flughafen Zürich will zentralen Online-Shop

1. Juli 2022, 12:18
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Foto: Flughafen Zürich AG

Der Flughafen spürt die Pandemie noch deutlich und will sein E-Commerce-Angebot verbessern. Er sucht nun einen Anbieter, der ihm eine zentrale Plattform inklusive Tracking-Dienste baut.

Der Flughafen Zürich will seinen Umsatz steigern und damit dem Geschäftseinbruch aus der Pandemie entgegenwirken. Nun sucht er einen Anbieter, der eine umfassende E-Commerce-Plattform baut und implementiert, in die nach und nach alle Angebote des Flughafens und auch die von Drittparteien integriert werden sollen. Damit erhofft man sich in Kloten eine Steigerung der Besucherströme und der Umsätze, schliesslich sei derzeit etwa das Parkplatzsystem nicht angebunden, was die Buchungen bremse, heisst es in den Ausschreibungsunterlagen.
Der Schritt tut Not. 2019 hatten noch 31,5 Millionen Passagiere den Flughafen genutzt. 2021 zählte man noch 10,2 Millionen Passagiere, was in einem Verlust von 10,1 Millionen Franken im Konzernergebnis resultierte. Entsprechend brachen auch die Zahlen der Website-Besucher und der lukrativen Parkplatzbuchungen ein. Dies geht ebenfalls aus den Ausschreibungsunterlagen hervor, mit denen ein Anbieter für das neue E-Commerce-Angebot gesucht wird.
Dieses Jahr rechnen die Flughafenbetreiber wieder mit deutlich höheren Besucherzahlen. Entsprechend schnell soll die neue Plattform ausgerollt werden. Bereits 2023 sollen erste Szenarien des Shops realisiert sein, die dann in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut werden. Zuerst wollen die sogenannten Komfortservices integriert werden, etwa exklusive Sitzbereiche, schnelleres Security-Clearance oder Erfrischungen. In einem zweiten Schritt sollen die "Parkprodukte" integriert werden. Zuletzt werden auch Drittanbieter und weitere Angebote und Services angebunden.

Wenn Public Cloud, dann Microsoft Azure

Die neue Plattform soll die Aggregation und Analyse von Kundendaten ermöglichen. Der Plattformentwickler soll dafür Tracking-Möglichkeiten vorschlagen, die dann in die Lösung eingebaut werden. "Daten über das Einkaufsverhalten, Conversion Rates, Verweilzeiten an den Stationen des Order-Prozesses der Kunden sollen analysierbar sein", heisst es dazu in den Unterlagen. Die Daten sollen unter anderem das Marketing verbessern.
Viel Wert wird bei der Umsetzung der neuen Plattform auf modularen Aufbau zur einfachen Erweiterung sowie auf eine simple Integration mit anderen Systemen über APIs gelegt. Da die Plattform als Business-kritisch gilt, muss der Hersteller rund um die Uhr erreichbar sein und eine Verfügbarkeit des Systems von 99,9% sicherstellen. Der Flughafen bevorzugt eine Software-as-a-Service-Lösung mit externem Hosting. Nutze der Anbieter eine Public-Cloud-Plattform, komme ausschliesslich Microsoft Azure infrage, heisst es in den Unterlagen.
Kunden sollen letztlich ein Nutzerprofil anlegen und mit diesem das gesamte Einkaufsangebot des Flughafens nutzen können. Viel Gewicht wird auf ein modernes User-Interface gelegt, das als zentraler Erfolgsfaktor gilt. Das Frontend soll nach Corporate-Identity-Vorgaben entwickelt werden. Die Security- und Architektur-Aspekte müssen noch erarbeitet werden, der Anbieter soll hier in gemeinsamen Workshops mit dem Flughafen den Lead übernehmen.

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