Neue Organspende-Regelung wartet auf neue digitale Lösung

11. Januar 2023 um 12:34
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Foto: Robina Weermeijer / Unsplash

Die Widerspruchslösung bei der Organspende kann frühestens 2025 eingeführt werden. Denn erst dann steht wohl ein neues digitales Register zur Verfügung.

Im Mai 2022 hatte das Schweizer Stimmvolk die Widerspruchslösung bei der Organspende gutgeheissen. Wer seine Organe nicht spenden möchte, muss dies beispielsweise seinen Angehörigen mitteilen, in einer Patientenverfügung festhalten oder in einem nationalen Register eintragen.
Dieses Register stehe aber erst 2025 bereit, bestätigt das BAG gegenüber der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA'. Diese Frist war bereits einem "Request for Information" (RFI) zu entnehmen, den das Amt Ende letzten Jahres publiziert hatte. Mit ein Grund dafür sei die in der Schweiz noch nicht sehr weit verbreitete elektronische Identifikation, berichtet 'Radio SRF'. Diese E-Identifikation sei aber nötig, um das vom Bundesamt vorgesehene digitale, nationale Register überhaupt einführen zu können.
Ursprünglich war geplant, das von Swisstransplant geführte Register neu aufzusetzen und mit einem Leistungsauftrag des Bundes zu erweitern. Doch nach der Aufdeckung von Sicherheitsmängeln wurde das Register im vergangenen Oktober eingestellt. Ende 2022 wurden die Einträge definitiv gelöscht. Es existiere auch keine Sicherheitskopie mehr, bestätigt der Geschäftsführer von Swisstransplant, Franz Immer, gegenüber 'SRF'.
Des Weiteren müsse die Umsetzung des Gesetzes zuerst noch im Verordnungsrecht geregelt werden, schrieb das Bundesamt weiter. Gleichzeitig bereite das BAG "eine umfassende Kampagne zur Sensibilisierung und Information der Bevölkerung" vor. Diese müsse bereit sein, wenn das Register eingeführt werde, so der Bericht. Die Widerspruchslösung könne erst in Kraft treten, wenn alle diese Massnahmen bereitstünden. Bis dahin bleibt die Zustimmungslösung in Kraft: Wer seine Organe nach dem Tod spenden will, kann seinen Willen auf einer Organspende-Karte, in einer Patientenverfügung oder im elektronischen Patientendossier vermerken.

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