Neues Bündner Hochschulzentrum wird massiv teurer

10. August 2022, 13:48
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Visualisierung der geplanten neuen Fachhochschule in Chur.

Statt 130 soll der Neubau in Chur 178 Millionen Franken kosten. Schuld sind auch gestiegene IT-Kosten.

Der Kanton Graubünden will für das neue Hauptgebäude der Fachhochschule Graubünden deutlich mehr ausgeben als bisher geplant. Die Regierung präsentierte am heutigen 10. August ein ausgearbeitetes Projekt mit Gesamtkosten von 178 Millionen Franken. Es handelt sich um das mit Abstand grösste Hochbau-Vorhaben des Kantons aller Zeiten.
Der Kanton rechnet mit einer Beteiligung des Bundes von etwa 27 Millionen Franken, wie Regierungsrat Mario Cavigelli (Mitte) in Chur vor den Medien ausführte. Für den Kanton verbleiben Kosten von rund 150 Millionen Franken.
Das Parlament hatte für den Bau eines Hochschulzentrums in Chur bereits im Herbst 2018 grundsätzlich grünes Licht gegeben. Zudem bewilligte der Grosse Rat die Bildung einer Reserve von 90 Millionen Franken. Damals wurde allerdings noch mit Gesamtausgaben von 125 bis 130 Millionen Franken gerechnet.
Haupttreiber für die deutlich höheren Kosten sei die "erhebliche Teuerung", erklärte Cavigelli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA'. Diese habe innert nur 4 Jahren mit 21 Millionen Franken zu Buche geschlagen.
Zudem sei nun eine grössere Geschossfläche geplant (+13 Millionen Franken) und ein Ausbaut bei der IT-Infrastruktur (+ 3,5 Millionen). Letztere soll – als Kind der Pandemie gewissermassen – ein umfassendes Hybrid-Schooling erlauben. Laut Finanzplan wird auch die AV-Technik teurer als ursprünglich budgetiert.
Das Parlament wird sich ein zweites Mal mit dem neuen Hochschulzentrum beschäftigen und voraussichtlich im Oktober über das Detailprojekt befinden. Da das Bauvorhaben dem obligatorischen Finanzreferendum unterliegt, werden die Bündner Stimmberechtigten das letzte Wort haben. Sollten sie zustimmen, könnten im Herbst 2024 die Bagger auffahren und das Gebäude bis Ende 2027 fertiggestellt werden.

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