Neues Servicenow-Partnerprogramm: "Revolution? Eher Evolution"

24. Januar 2023, 12:47
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Foto: Javits Center

Servicenow stellt sein Partnerprogramm umfassend neu auf. Karl-Heinz Toelkes, Partnerverantwortlicher Zentraleuropa, äussert sich zu den Plänen in der Schweiz.

Servicenow kündigt eine Neugestaltung seines Partnerprogramms an, die ab 6. März 2023 für alle Partner weltweit eingeführt wird. "Die langfristige Vision sieht vor, das Marktpotenzial von 500 Milliarden US-Dollar für die Now-Plattform und die Dienstleistungen der Partner von Servicenow auszuschöpfen", heisst es in einer Mitteilung.
Die Neugestaltung sei "umfassend", so das Unternehmen. "Ich würde es trotzdem nicht als Revolution bezeichnen, eher als eine Evolution", sagt Karl-Heinz Toelkes, Senior Director bei Servicenow und Partnerverantwortlicher für Zentraleuropa, im Gespräch mit inside-it.ch. Das Programm sei aber eine "klare Reaktion" auf das Wachstum von Servicenow. "Wir müssen neue Wege definieren, wie wir mit den Partnern zusammenarbeiten." Ohne deren Einbindung könne das erklärte Ziel einer Steigerung des globalen Umsatzes auf 16 Milliarden Dollar bis 2026 nicht erreicht werden.

Optimiertes Partnerportal, finanzielle Anreize

Konkret werden 4 neue, eigenständige Module geschaffen, an denen sich Partner beteiligen können: Aufbau, Beratung und Implementierung, Resale und Service Provider. Partner würden sich so leichter auf die verschiedenen Rollen und Vertriebswege innerhalb des Servicenow-Ökosystems einstellen können. Weiter sollen mit einem Development Fund, einem kofinanzierten Investitionsprogramm sowie Rabatten neue Anreize zur Förderung des Partnerwachstums geschaffen werden. Ein optimiertes Portal soll zudem die Zusammenarbeit mit Servicenow verbessern und es Kunden erleichtern, die passenden Partner zu finden.
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Karl-Heinz Toelkes.
"Wir werden viel klarer in der Kommunikation, was wir von den unterschiedlichen Partnertypen erwarten", sagt Toelkes. Auch gegenüber Kunden werde mehr Transparenz geschaffen: "Wenn sie einen Partner über das Portal auswählen, soll garantiert werden, dass sie auch die entsprechende Qualität erhalten." Servicenow wende dabei ein "3C-Modell" an, "das klare Vorgaben in den Bereichen Competency, Capability und Customer Success macht". Ab der Einführung im März gebe es aber eine Übergangsphase, auch mit persönlicher Betreuung der Partner. Ziel sei, bis Juni 2024 alle in das neue Programm transferiert zu haben.

"Auch klassische Reseller-Partner finden"

In der Schweiz sei Servicenow eine "Erfolgsgeschichte", hatte Schweiz-Chef Alain Badoux im vergangenen November anlässlich des 10. Geburtstages der hiesigen Niederlassungen betont. Hierzulande bediene man ein sehr breites Kundensegment von 90% der SMI-Unternehmen über die Finanzindustrie, KMU bis zu öffentlichen Verwaltungen.
Sowohl auf die grossen Kunden als auch auf KMU werde das neue Partnerprogramm Auswirkungen haben, erklärt Toelkes. "Gerade im wichtigen KMU-Segment brauchen wir Partner, die eine Vertriebsorientierung mitbringen. Das Programm wird uns helfen, auch klassische Reseller-Partner zu finden, die sich vielleicht in der Vergangenheit nicht so sehr angesprochen fühlten."

Besser werden im KMU-Bereich

Servicenow müsse besser werden im KMU-Bereich in der Schweiz und im DACH-Raum. "Wir haben hier bereits sehr gute Partner-Beziehungen, aber wir brauchen zusätzliche, neue Partner", sagt Toelkes. "Wir waren bis anhin sehr erfolgreich in der Schweiz", betont auch er, "hier haben wir die langjährigsten Kundenbeziehungen im EMEA-Raum."
Bis jetzt habe man vor allem sehr erfolgreich IT-Workflows verkauft. Servicenow sehe aber einen grossen Markt ausserhalb der IT. "Wir müssen die Now-Plattform in die Business-Prozesse bringen." Mit dem neuen Partnerprogramm könne man viel präziser werden und Know-how schaffen, um in diese Bereiche wie HR oder Customer Services vorzustossen.

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