NFC: Apple verletzt laut EU-Kommission Wettbewerbs­vorschriften

2. Mai 2022, 12:10
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Via NFC kann an Zahlungsterminals in Geschäften kontaktlos bezahlt werden. Foto: Jonas Leupe / Unsplash

Der US-Konzern könnte den Wettbewerb zugunsten seiner eigenen Lösung Apple Pay beschränkt haben.

Apple missbrauche seine beherrschende Stellung auf den Märkten für mobile Geldbörsen auf iOS-Geräten, so das Fazit der EU-Kommission nach vorläufigen Untersuchungen. Durch Beschränkung des Zugangs zur NFC-Technologie schränke Apple den Wettbewerb im Bereich der Wallets auf iOS-Geräten ein, heisst es in einer Mitteilung.
Die Kommission beanstandet, dass Apple App-Entwickler daran hindert, auf die erforderliche Hardware und Software (NFC-Inputs) zuzugreifen, wovon die unternehmenseigene Lösung, Apple Pay, profitiere.
"Für die Integration der europäischen Zahlungsverkehrsmärkte ist es wichtig, dass den Verbrauchern die Vorteile eines wettbewerbsbasierten und innovativen Marktumfelds zugutekommen", kommentierte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager. Es würden aber Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Apple den Zugang Dritter zu Schlüsseltechnologien beschränkt hat, die für die Entwicklung konkurrierender Wallets für Apple-Geräte benötigt werden.
Auf dem Smartphone-Markt verfüge Apple über beträchtliche Marktmacht und habe auf den relevanten Märkten für mobile Wallets eine beherrschende Stellung inne, führt die EU-Kommission aus.
Apple hat nun die Möglichkeit, sich zu den Beschwerdepunkten zu äussern. Bleiben die Wettbewerbshüter danach bei ihrer Einschätzung, könnte auf den Konzern eine hohe Strafzahlung zukommen. Wenn Unternehmen gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU verstossen, riskieren sie Geldbussen in Höhe von bis zu 10% ihres weltweiten Jahresumsatzes.
Apple sieht die Einschränkung als technische Lösung, um die Sicherheit der Zahlungen zu gewährleisten und versichert, dass jeder, der Zugang zu Apple Pay wolle, ihn auch bekomme.


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