O2 will ab 2026 Hologramm-Telefonie anbieten

4. Dezember 2023 um 10:21
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Illustration erstellt durch Inside IT mit Midjourney.

Allerdings wird man dafür zusätzlich zum Telefon eine Virtual-Reality-Brille benötigen.

Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland (O2) will 2026 Hologramm-Telefonate, bei denen der Gesprächspartner als dreidimensionales Abbild zu sehen ist, auf den Markt bringen. Dann werde die Technologie im eigenen System integriert sein, sagte ein Sprecher.
"In zwei bis drei Jahren dürfte die Marktreife des Produkts erreicht sein", sagte der Technikchef von O2, Malik Rao, der deutschen Nachrichtenagentur 'DPA'. "Wir wollen mit Firmenkunden anfangen und es im zweiten Schritt auch für den Massenmarkt anbieten."
O2 testet die Holografie, bei der Virtual-Reality-Brillen (VR) genutzt werden, derzeit auf seinem Campus in München. Dort feiert das Unternehmen heute Montag, 4. Dezember, das 25-jährige Bestehen seines Netzes. Als Gast wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwartet, der ein Hologramm-Telefonat führen soll.

Branche arbeitet an Standards

Seit vergangenem Jahr läuft ein Projekt der deutschen Handynetzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 sowie der französischen Firma Orange und des japanischen Technologie-Startups Matsuko, um Standards für Verbindungen zwischen den Netzen zu definieren. Das soll ermöglichen, dass Holografie nicht nur innerhalb eines Netzes möglich ist, sondern netzübergreifend.
Separat voneinander arbeiten die Mobilfunker daran, Holografie in ihrem Netz zu ermöglichen. Man komme gut voran, sagte der O2-Innovationsmanager Karsten Erlebach. "Wir machen testweise die ersten Hologramm-Konferenzen, aber die Technologie muss noch weiterentwickelt werden." Der Funkstandard 5G ist wichtig für Holografie, sie ist aber auch mit Glasfaser-Festnetz möglich.

Unterschiedliche Arten der Holografie

Natürlich arbeiten auch die O2-Konkurrenten und Telcos weltweit an der Technologie. O2 könnte aber am nächsten zur Marktreife stehen. Es gibt verschiedene Holografie-Versionen. Die, die am weitesten entwickelt ist, hat diverse Nachteile. Einerseits muss der Anrufer eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen, um ein 3D-Abbild des Gesprächspartners zu sehen, der auf sein Smartphone oder Tablet guckt.
Eine Software von Matsuko leitet aus den Aufnahmen ein virtuelles 3D-Bild ab, das in der VR-Brille des Anrufers erscheint. Der Angerufene sieht sein Gegenüber allerdings nicht in 3D. Möglich ist zwar, dass sich beide Anrufer eine VR-Brille aufziehen und beide ein 3D-Abbild vor sich haben. Beide Abbilder sind dann aber mit VR-Brille zu sehen, ihre Augen sind also verdeckt.
Eine weitere Holografie-Art ist eine Anwendung bei Gruppengesprächen oder Konferenzen. Die Menschen gucken ohne Brille in Tablets oder Smartphones und sehen auf deren Bildfläche die Gesprächsteilnehmer, als würden diese vor ihnen sitzen, im selben Raum auf der anderen Seite des Tisches. Das soll dreidimensional wirken, allerdings dürfte der Effekt mangels VR-Brille begrenzt sein.
Für die Übermittlung eines Hologramms ist Erlebach zufolge eine Bandbreite von 20 Megabit pro Sekunde nötig. "Das ist machbar und weniger, als beim Streaming von hochauflösenden 4K-Filmen gebraucht wird." Damit das 3D-Abbild ruckelfrei zu sehen ist, müssen 35 Bilder pro Sekunde übertragen werden. Das sei mit "5G-Standalone", also reinem 5G ohne 4G-Technik, gut möglich.

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