Oracle investiert in KI-Startup

12. Juni 2023 um 11:54
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Oracle-Campus in Redwood Shores, California Foto: Dave / Flickr / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0 (zugeschnitten)

Durch die Kooperation mit Cohere will Oracle Microsoft und Google die Stirn bieten. Dazu sind auch weitere Vereinbarungen mit anderen Startups denkbar.

Oracle investiert viel Geld in das KI-Startup Cohere. Damit will der ame­ri­ka­ni­sche Soft- und Hardwarehersteller im Bereich der Künstlichen Intelligenz die Zusammenarbeit von Microsoft und OpenAI konkurrieren. Gemäss 'The Information' plant Orcale, das Startup zu einem Kernstück seiner Strategie zu machen, um zu den grösseren Cloud-Diensten aufschliessen zu können.
Künftig will das Unternehmen auch Zugänge zum grossen Sprachmodell (LLM) von Cohere verkaufen, ähnlich wie dies bei Microsoft Azure bereits der Fall ist. Dies sagte Steve Miranda, eine hochrangige Oracle-Führungskraft, gegenüber Mitarbeitenden. Zudem soll die Software des Startups auch eingesetzt werden, um KI-Funktionen für die eigenen Personal- und Supply-Chain-Management-Apps zu schaffen oder Automatisierungsfunktionen zu betreiben.
Unabhängig davon will der Konzern die Technologie des Startups nutzen, um ein automatisiertes Software-Codierungstool für Oracle-Ingenieure zu entwickeln. Mit dem Github Copilot existiert bereits ein solches Produkt.

Konkurrenz enteilt

Wie 'The Information' schreibt, versucht Oracle schon seit Monaten ein vielversprechendes KI-Startup an sich zu binden. KI-Anwendungen werden immer wichtiger. Das Unternehmen entwickelt zwar ein eigenes Sprachmodell, aber die Vereinbarung mit Cohere sei ein deutliches Zeichen dafür, dass man zur Konkurrenz aufholen möchte.
Die Cloud-Geschäfte von Microsoft und Google sind viel grösser als die von Oracle. Auch wenn die Unternehmen eine unterschiedliche Auffassung zum Thema Künstliche Intelligenz haben, so haben die beiden Unternehmen klar vom Hype profitiert. So hat sich etwa Google an zahlreichen KI-Startups beteiligt, in der Hoffnung, dass diese irgendwann zu lukrativen Kunden werden, wenn sie weiter wachsen.
Früher war für solche Startups eher Oracle erste Wahl, weil das Unternehmen im Vergleich zu den anderen Anbietern über ein relativ grosses Angebot an spezialisierter Hardware verfügte, die für das Training und den Betrieb von KI notwendig sind.
Keine Exklusivrechte
Im Gegensatz zur Beziehung von Microsoft und OpenAI soll die Kooperation von Oracle und Cohere aber nicht exklusiv sein. Das Startup hat öffentlich erklärt, dass es nicht an einen einzigen Cloud-Anbieter gebunden sein möchte. So will das Unternehmen sicherstellen, dass seine Modelle unabhängig sind und die Kundschaft von verschiedenen Hyperscalern darauf zugreifen kann.
Oracle seinerseits ist ebenfalls nicht ausschliesslich an Cohere gebunden. Gemäss einer Person, die mit der Angelegenheit vertraut ist, könnte das Unternehmen auch noch weitere Vereinbarungen mit anderen KI-Startups eingehen.
Damit würde der Konzern einen ähnlichen Ansatz verfolgen wie AWS. Das Unternehmen will seiner Kundschaft in Zukunft einen Zugriff auf verschiedene Machine-Learning-Modelle anbieten, die sowohl von Startups als auch intern entwickelt wurden.

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