Parlament fordert digitale Rezepte

29. November 2022, 10:01
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Foto: Roberto Sorin / Unsplash

Die beiden Kammern haben eine Motion angenommen, in der nach einer medienbruchfreien Übermittlung von Rezepten verlangt wird. Der Bundesrat ist dagegen.

Ärztinnen und Ärzte sollen Rezepte für Heilmittel künftig komplett digital ausstellen und übermitteln müssen. Das fordert das Parlament. Der National­rat hat eine entsprechende Motion des Luzerner Ständerats Damian Müller (FDP) an den Bundesrat überwiesen. Müller argumentierte darin, die Digitalisierung von Rezepten erhöhe deren Lesbarkeit und steigere auch die Patientensicherheit, wenn es bei der Weitergabe nicht zu Medienbrüchen komme.
Die Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten sowie die freie Wahl der Apotheke soll dabei weiterhin gewährleistet werden. Zudem sollen auch Personen mit weniger digitalen Kompetenzen eine Kopie des digitalen Rezepts in Papierform verlangen können. Die Erfassung und Bearbeitung der Daten soll aber ausschliesslich digital erfolgen.
Der Bundesrat wandte sich gegen die Motion. Bundesrat Alain Berset sagte, die rechtlichen Grundlagen für die elektronische Ausstellung und Weitergabe von Medikamenten seien schon vorhanden. Mit 128 zu 41 Stimmen bei 8 Enthaltungen stimmte der Nationalrat aber für die Motion und folgte damit seiner Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit.
Deren Sprecherin Regine Sauter sagte im Rat, die Digitalisierung im Gesund­heits­wesen sei dringend voranzutreiben. Es brauche eine Verpflichtung der Ärzteschaft, um bei der elektronischen Verschreibung von Medikamenten die Digitalisierung zu fördern. Der Ständerat hatte der Motion schon im Mai zugestimmt.

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