Polizei vergibt freihändigen 8-Millionen-Auftrag an Abraxas

15. September 2022, 14:44
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Nur Abraxas Informatik kam für diesen Auftrag in Frage, sagt die Organisation Polizeitechnik und -Informatik Schweiz.

Die Organisation Polizeitechnik und -Informatik Schweiz (PTI) hat in einem freihändigen Verfahren Abraxas Informatik einen Auftrag zum Betrieb und zur Betreuung seiner IT-Systeme von 2022 bis 2027 erteilt. Der im Zuschlag genannte Preis ist 7,8 Millionen Franken. Dabei handelt es sich aber nur um eine Schätzung der Betriebskosten während der Auftragslaufzeit. Letztendlich könnte das Auftragsvolumen also auch höher oder tiefer zu liegen kommen.
Warum freihändig? Die Betreuung und der Betrieb von IT-Systemen ist ja eigentlich eine Spezialität vieler IT-Dienstleister. Die PTI liefert dafür eine recht ausführliche Begründung. Für die "teilweise äusserst sensitiven PTI-Systeme und dort bearbeiteten Daten" würden erhöhte Anforderungen an die Datenhoheit und Datensicherheit bestehen, heisst es im Zuschlagsbescheid. Deshalb lasse man die PTI-Systeme von einem staatlich betriebenen Rechenzentrum hosten. Gegenwärtig sei dies das Rechenzentrum der Kantonspolizei Zürich, welches dafür eine moderne RZ-Infrastruktur biete.
Um die Systeme im Kapo-RZ umfassend zu betreuen, habe man daher eine Drittfirma gebraucht, die dort auch solche Dienstleistungen erbringen darf. Die Kapo ZH hat im Jahr 2021 eine Ausschreibung für die Erneuerung und den Betrieb ihrer RZ-Infrastruktur durchgeführt, die von Abraxas gewonnen wurde. Das heisst, Abraxas ist eben bereits in diesem RZ präsent und darf dort Dienstleistungen erbringen.
Der RZ-Betreiber Kapo ZH und der Dienstleister Abraxas sei für die PTI deshalb zurzeit die einzige Kombination, welche die Anforderungen einerseits ein modernes, leistungsfähiges und staatlich betriebenes Rechenzentrum und andererseits das Know-how und die Ressourcen für umfassende Betriebsleistungen erbringen kann und darf.
Das PTI ist laut Eigenbeschreibung eine milizbasierte Organisationsstruktur, die die Kooperation für gemeinsame polizeiliche Lösungen im Bereich Informatik, Telekommunikation und Polizeitechnik unterstützen und es ermöglichen soll, dass die politische Führung, die operative Führung und die IT-Leitenden am gleichen Strick ziehen.

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