Post: Noch mehr Verlust im digitalen Business

21. November 2023 um 12:40
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Hauptsitz der Schweizerischen Post. Foto: Die Post

Der Gelbe Riese baut sein Softwareportfolio aus und investiert viel Geld in Übernahmen. Bis der Bereich "Kommunikations-Services" schwarze Zahlen schreibt, wird es noch einige Zeit dauern.

Seit einigen Jahren investiert die Post in neue digitale Geschäftsbereiche. Dazu hat das Unternehmen eine Reihe von Softwarefirmen gekauft und plant weitere Akquisitionen.
Wenig überraschend schreibt der Bereich Kommunikations-Services rote Zahlen. Die Erweiterung des digitalen Angebots brauche Zeit, so eine Mitteilung. Der Verlust (Ebit) in den ersten 3 Quartalen stieg von 54 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 57 Millionen Franken. Im gleichen Zeitraum kletterte der Umsatz von 44 Millionen auf 110 Millionen Franken.
In diesem Jahr akquirierte die Post unter anderem die Lausanner Software­firma Spotme, die eine Kommunikationsplattform anbietet, sowie den Aarauer Cybersecurity-Spezialisten Terreactive mit 90 Mitarbeitenden.

Post muss Geschäftsmodell anpassen

Ende September erklärte uns Nicole Burth, Leiterin Kommunikations-Services, im Interview, dass die Akquisitionsstrategie des Unternehmens noch nicht abgeschlossen sei. In den Bereichen Cybersecurity, Kommunikation und Behördendienstleistungen gebe es noch Lücken.
Für die Umsetzung ihrer neuen Strategie "Post von Morgen" investiert das Unternehmen 3 Milliarden Franken. Dazu gehören Investitionen in die Kommunikations-Services, aber mehrheitlich auch in die Infrastruktur der Logistik. "Wir sind überzeugt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, und werden diesen Weg konsequent weitergehen", sagt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post, in der aktuellen Mitteilung.
Im Logistik-Bereich sank der Umsatz der Post gemäss der Mitteilung deutlich. In allen Produktgruppen sei die Nachfrage gesunken: bei den Briefen um 6,6%, bei den unadressierten Werbesendungen um 8,5% und bei den Paketen um 5,1%. Diese "Mengenentwicklungen zeigen deutlich, dass die Post ihr Geschäftsmodell anpassen muss. Daher bauen wir unser digitales Geschäft für unsere Kundinnen und Kunden weiter aus", so Glanzmann.

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