100-Millionen-Sprung von Swisscom IT Services

17. Februar 2011, 12:57
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Während der Gesamtumsatz von Swisscom stagniert, konnte die IT-Dienstleistungstochter den Umsatz mit externen Kunden signifikant auf 531 Millionen Franken steigern.

Während der Gesamtumsatz von Swisscom stagniert, konnte die IT-Dienstleistungstochter den Umsatz mit externen Kunden signifikant auf 531 Millionen Franken steigern.
Swisscom stagniert: Der Umsatz des grössten Schweizer Telekommunikationskonzerns blieb letztes Jahr mit 11,988 Milliarden Franken praktisch gleich wie 2009. Der Gewinn sank leicht (- 7 Prozent) auf 1,786 Milliarden Franken. Swisscom führt den Rückgang des Gewinns vor allem auf die Probleme der italienischen Tochter Fastweb zurück. Swissom musste wegen eines Mehrwertsteuerverfahrens 102 Millionen Franken zurückstellen. Der Betriebsgewinn (vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen) sank ebenfalls leicht, ist aber mit 4,597 Milliarden Franken immer noch eindrücklich hoch.
Die Börse hatte an diesen Zahlen keine Freude - der Aktienkurs sank heute Morgen.
Starkes Wachstum von Swisscom IT Services
Wesentlich bessere Zahlen konnte der IT-Dienstleister Swisscom IT Services (SITS) präsentieren. SITS setzte letztes Jahr 907 Millionen Franken um, wovon 531 Millionen mit externen Kunden erzielt wurde. 2009 waren es noch 435 Millionen gewesen, SITS konnte also fast um 100 Millionen zulegen. Bei einer EBITDA-Marge von 12 Prozent (eigene Schätzung) würde der IT-Dienstleister einen Betriebsgewinn von ungefähr 64 Millionen Franken abliefern.
Mehr als die Hälfte des eindrücklichen Umsatzwachstums dürfte "anorganisch", also unter anderem auf die Übernahme des Printing- und Desktop-Dienstleisters Panatronic zurückzuführen sein, mit der im Mai rund 140 Mitarbeitende zu SITS gestossen sind. Die neue Tochtergesellschaft 'Swisscom Workplace Sevices' soll einen Umsatz von jährlich 180 Millionen Franken erreichen, wurde im Mai anlässlich der Übernahme gesagt.
Ein weiterer Teil des Umsatzwachtums ist auf den Abschluss von grossen Banken-Projekten der SITS-Tochter Comit zurückzuführen. So führten letztes Jahr etwa die Basellandschaftliche und die Aargauische Kantonalbank die Kernbankenlösung Avaloq ein.
Gesunken ist hingegen der Auftragseingang. Meldete Swisscom 540 Millionen Franken Auftragseingang von SITS für 2009, so waren es letztes Jahr noch 464 Millionen Franken. Die Aussagekräftigkeit dieser Zahl sollte man aber nicht überschätzen, denn einzelne Grossaufträge, die über mehrere Jahre abgewickelt werden, können das Bild verändern. So holte die SITS-Tochter Comit 2009 einen Grossauftrag der RBA-Banken an Land.
Kein starker Trend zu Entbündelung
Erstaunlich sind die Zahlen, die Swisscom zum Geschäft mit Breitband-Internet-Anschlüssen veröffentlicht hat. Die Zahl der entbündelten Festnetzanschlüsse stieg letztes Jahr um 102'000 auf magere 255'000 Anschlüsse in der Schweiz.
Swisscom konnte gleichzeitig aber die Zahl der Endkunden, die Breitbandanschlüsse bei Swisscom haben, um 106'000 auf knapp 1,6 Millionen erhöhen.
Gesunken ist hingegen die Zahl der Breitbandanschlüsse von Swisscom, die Endkunden bei kleineren Providern beziehen. Ende Jahr hatte Swisscom nur noch 226'000 so genannte Wholesale-Kunden, ein Minus von 105'000.
Die einst viel diskutierte Entbündelung, also das Recht von Drittanbietern, das Kupferkabel zwischen Ortszentrale und Haushalten von Swisscom zu einem staatlich regulierten Preis zu mieten, hat also nur sehr geringe Auswirkungen im Schweizer Telekommunikationsmarkt.
Ebenfalls eindrücklich ist der Erfolg des TV-Angebots von Swisscom. Der Ex-Monopolist konnte letztes Jahr die Zahl der Swisscom-TV-Kunden auf 421'000 steigern und damit fast verdoppeln. (Christoph Hugenschmidt)

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