151 Milliarden weg: Facebook vor dem grössten Börsen-Wert­verlust aller Zeiten?

26. Juli 2018, 09:27
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Facebook hat gestern mit Quartalszahlen, die schwächer ausfielen als erwartet, die Anleger enttäuscht.

Facebook hat gestern mit Quartalszahlen, die schwächer ausfielen als erwartet, die Anleger enttäuscht. Und zwar so tief, dass der Kurs der Aktie im nachbörslichen Handel um nicht weniger als 24 Prozent abstürzte. Wie 'Bloomberg' vorrechnet, könnte dies eine Verminderung des Börsenwertes des Social-Media-Riesen um rund 151 Milliarden Dollar bedeuten. Das wäre die grösste Wertminderung für eine Firma an einem einzigen Tag, die es bisher je gab, falls die New Yorker Börse heute in der regulären Session diesen Kurssturz bestätigt.
Gerade im IT-Sektor gab es schon einige grosse Abstürze an einem Tag. Als weitere Spitzenreiter in dieser weniger schmeichelhaften Liste von besonderen Börsenexploits listet 'Bloomberg' Intel mit 91 Milliarden, Microsoft mit 77 und Apple mit 60 Milliarden Dollar Wertverlust an einem Tag.
Wie Facebook mitteilte, stieg der Quartalsumsatz zwar um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 13,36 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim Nutzerwachstum blieb Facebook hinter den Erwartungen zurück: Die Zahl stieg auf 2,23 Milliarden. Experten hatten mit 2,25 Milliarden Nutzern gerechnet.
Kostensteigerungen erwartet
Finanzchef David Wehner machte den Anlegern wenig Hoffnung auf Besserung. Die Wachstumsraten beim Umsatz würden sich im zweiten Halbjahr weiter verlangsamen.
"In den kommenden Jahren erwarten wir, dass die operativen Margen um die 30 Prozent tendieren werden", sagte Wehner. Im zweiten Quartal war die Marge auf 44 Prozent gefallen gegenüber 47 Prozent ein Jahr zuvor.
Bei den Kosten erwartet das Unternehmen einen Sprung von 50 bis 60 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr, weil Facebook mehr in Datensicherheit, Marketing und Inhalte investieren will.
Imageschaden
Experten vermuten, dass Facebook die vor kurzem in der EU in Kraft getretene Datenschutzverordnung geschadet habe. Die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer in der EU habe sich nach Einführung der neuen Regeln um rund eine Million verringert, sagte Firmenchef Mark Zuckerberg in einem Analystengespräch.
Auch der Skandal um die Weitergabe von Nutzerdaten an die Beratungsfirma Cambridge Analytica dürfte noch in den Hinterköpfen der Anleger stecken.
Instagram wuchs auf eine Milliarde monatlicher Nutzer von 600 Millionen zum Ende vergangenen Jahres. Die beiden Messenger-Dienste von Facebook, Messenger und WhatsApp hatten jeweils mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer gemeldet. (hjm/sda)

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