20 Prozent der Schweizer Haushalte wollen kein Internet

4. Februar 2011, 11:19
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Schweizer Surfer besorgt über Internet-Gefahren.

Schweizer Surfer besorgt über Internet-Gefahren.
In der Schweiz verfügen 77 Prozent der Haushalte über einen eigenen Internetanschluss. Weitere 20 Prozent möchten zuhause keinen Internetanschluss, wie aus einer Erhebung im Rahmen des neuen Volkszählungssystems des Bundesamtes für Statistik hervorgeht. Damit bleibt nur noch wenig Platz für ein Wachstum im Bereich der Internetanschlüsse. Stark ansteigend ist hingegen die Nutzung von mobilem Internet, auf das in über einem Viertel der Haushalte mit Internetzugang von mindestens einem Haushaltsmitglied zugegriffen wird. Dabei werden Smartphones häufiger eingesetzt als mobile Computer.
Ob ein privater Internetanschluss vorhanden ist, hängt in grossem Masse von der Zusammensetzung des Haushalts, seiner Grösse und dem Alter seiner Mitglieder ab. So variieren die Quoten zwischen 95 Prozent für Haushalte, in denen die älteste Person unter 50-jährig ist, und 33 Prozent für Haushalte, deren ältestes Mitglied 70-jährig oder älter ist. Nebst dem Alter führt auch die Anwesenheit von Kindern im Haushalt zu einer höheren Internetversorgung.
Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse sind in der Schweiz weit verbreitet. Über 90 Prozent der Anschlüsse in in privaten Haushalten entfallen auf einen Breitbandanschluss, wovon knapp drei Viertel auf DSL-Anschlüsse entfallen, das übrige Viertel auf Kabel-TV. Glasfasertechnologie erwähnen erst zwei Prozent der befragten Haushalte.
Sicherheit ist für Schweizer Internetnutzer ein grosses Thema. So gab über die Hälfte der Befragten an, sich der Sicherheitsprobleme im Netz bewusst zu sein. "Sehr besorgt" sind die Nutzer bei Risiken in Zusammenhang mit Kindern, mit finanziellen Verlusten und dem Missbrauch persönlicher Daten. Rund 80 Prozent gaben an, deshalb auch eine Sicherheitssoftware zu nutzen. Trotz der hohen Besorgnis in Bezug auf die Risiken für Kinder im Internet setzen allerdings nur 30 Prozent der Haushalte mit Kindern ein Kinderschutzprogramm oder einen Kinderschutzfilter ein. Ausserdem erstellen rund 40 Prozent der Nutzer nie oder fast nie eine Sicherheitskopie ihrer persönlichen Daten.
Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz sowohl bei der Internetanschlussquote der privaten Haushalte als auch beim Anteil der Internetnutzer in der Bevölkerung im Spitzenfeld, gleich hinter den skandinavischen Ländern und den Niederlanden. (bt)

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