2010 Schweizer Outsourcing-Boom-Jahr?

6. Februar 2008, 16:34
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Active Sourcing prophezeit für 2010 Outsourcing-Verträge im Gesamtvertragswert von 1,873 Milliarden Franken. 2007 sank das Gesamtvolumen im Vergleich zum Vorjahr auf 560 Millionen Franken.

Active Sourcing prophezeit für 2010 Outsourcing-Verträge im Gesamtvertragswert von 1,873 Milliarden Franken. 2007 sank das Gesamtvolumen im Vergleich zum Vorjahr auf 560 Millionen Franken.
Das Zürcher Beratungsunternehmen Active Sourcing prognostiziert im neusten "Sourcing Monitor" für die nächsten drei Jahre ein Outsourcing-Volumen von jeweils über einer Milliarde Franken. Wie das Unternehmen heute mitteilte, erwarten die Analysten für 2008 ein "stabiles Hoch" im Schweizer Outsourcing-Markt. Insbesondere 2010 scheint ein regelrechtes Boom-Jahr zu werden: In zwei Jahren sollen Vertragerneuerungen im Wert von 1,463 Milliarden Franken abgeschlossen werden. Hinzu kommen Erstabschlüsse im Wert von 410 Millionen Franken - so die Prognose von Active Sourcing. "Rund ein Dutzend grosser bis sehr grosser Outsourcing-Verträge bestimmen das Volumen des Schweizer IT-Outsourcing-Marktes", sagt CEO Stefan Regniet. "Da nur wenige davon 2007 fällig waren, stehen die meisten Verträge für die nächsten drei Jahre an", begründet Regniet die positiven Erwartungen.
HP nicht dabei
Das Forschungsunternehmen berücksichtigt jeweils Deals mit einem Gesamtvertragswert (TCV - Total Contract Value) von über 10 Millionen Franken. Laut Active Sourcing wird die Anzahl solcher Verträge in den kommenden Jahren relativ stabil bleiben (siehe Grafik).
Die Zürcher Analysten schauen aber nicht nur in die Kristallkugel, sondern auch auf das vergangene Jahr zurück. Allerdings sollte hier nicht verschwiegen werden, dass Active Sourcing von einem der grössten Player in der Schweiz - nämlich HP - keine Daten erhält, was den Blick in die Zukunft wie auch in die Vergangenheit wohl ziemlich verfälscht. Grosse Deals, die von HP öffentlich bekannt gegeben werden, sind zwar berücksichtigt, alle anderen jedoch nicht.
Trotzdem: Wie den Daten von Active Sourcing zu entnehmen ist, konnte das vergangene Jahr trotz einem "Endspurt" im vierten Quartal das Volumen von 2006 nicht erreichen und schon gar nicht übertreffen: Das Gesamtvolumen aller Verträge (ab 10 Mio.) sank innert Jahresfrist um 8 Prozent auf 560 Millionen Franken. Damit habe der Schweizer Outsourcing-Markt die typische zyklische Talsohle hinter sich gebracht, urteilt das Unternehmen.
Ciba-Deal war der grösste
Im vergangenen Jahr gab es 13 Verträge mit einem TCV ab 10 Millionen Franken. In den ersten zwei Quartalen waren es je zwei, im dritten drei und im vierten sechs. Das Gesamtvolumen steigerte sich kontinuierlich: 48 Mio. im Q1, 88 Mio. im Q2, 175 Mio. im Q3, 248 Mio. im Q4. Im gesamten 2007 gab es zahlreiche Abschlüsse im zweistelligen und nur einen im dreistelligen Millionenbereich. Dabei handelt es sich um den Ciba-Deal, den Unisys und Swisscom IT Services (SCIS) gewonnen haben den Höhepunkt. Bemerkenswert am vierten Quartal ist laut Active Sourcing der hohe Anteil an Neugeschäft im Verhältnis zu den Erneuerungen: Erstauslagerungen machten 2007 über 60 Prozent des Gesamtmarktes aus, nach dem Vertragsvolumen gerechnet erreichten die Neuabschlüsse sogar drei Viertel des Marktes.
2007 nahmen Outsourcing-Deals bei Banken eine klare Führungsposition ein (46 Prozent des Outsourcing-Marktes). Die Versicherungen hätten den Anschluss verloren, so Active Sourcing, während die Pharma/Chemiebranche auf den zweiten Platz vorgerückt sei. Hinsichtlich der ausgelagerten Services waren 2007 Midrange-Services führend (40 Prozent), gefolgt von Desktop-Outsourcing. Den Rest teilen SAP- und Application-Management-Services sowie die auf dem letzten Platz positionierten Mainframe-Services unter sich auf. (Maurizio Minetti)

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